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Staatliche verschickte Post bedeutet in den USA überwachte Post.
Staatliche verschickte Post bedeutet in den USA überwachte Post.(Foto: dpa)

160 Milliarden Sendungen des US Postal Service: USA fotografieren kompletten Briefverkehr

Wer wem etwas schickt, wird offenbar nicht nur online registriert - seit über zehn Jahren nun fotografiere der staatliche US-Postdienstleister sämtliche Sendungen, heißt es in einem Medienbericht. "Die Regierung verschafft sich einen guten Überblick der persönlichen Kontakte", so ein Experte.

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Die USA lassen einem Zeitungsbericht zufolge den gesamten Briefverkehr innerhalb des Landes registrieren. Absender und Empfänger jeder über den staatlichen Postdienst USPS verschickten Sendung werden von Computern abfotografiert, berichtet die "New York Times". Die Zeitung beruft sich dabei unter anderem auf Mitarbeiter des US-Justizministeriums und auf einen ehemaligen Agenten der amerikanischen Bundespolizei FBI.

Rund 160 Milliarden Postsendungen sollen in dem vermeintlichen Überwachungsprogramm "Mail Isolation Control and Tracking" (MICT) vergangenes Jahr fotografiert worden sein. Auf diesem Wege soll die US-Regierung die Briefkontakte von Millionen US-Amerikanern zurückverfolgen können. Wie lange die Daten gespeichert werden, geht aus dem Bericht nicht hervor. Laut der Zeitung wurde MICT im Jahr 2001 ins Leben gerufen, nachdem Briefe mit dem tödlichen Gift Anthrax an US-Politiker verschickt worden waren. Die Giftbriefe kosteten in den USA fünf Menschen das Leben.

Kontaktnetzwerk für die Regierung

Früher wurden Briefbelege nur genutzt, wenn es einen berechtigten Verdacht gab, dass jemand eine Straftat begangen habe, wird ein Kriminalbeamter des Justizministeriums zitiert. Nun scheine es so zu sein, dass der komplette Postverkehr registriert wird, um in Zukunft eventuell darauf zurückgreifen zu können. "Der Regierung verschafft es einen guten Überblick der persönlichen Kontakte, auch wenn sie nicht den Inhalt lesen", so ein Experte für Computersicherheit.

Ähnlich wie die Abhörmaßnahmen des US-Geheimdienstes NSA, bei denen Telefon- und Internetverbindungen überwacht werden, diene das MICT-Programm vor allem der Arbeit US-amerikanischer Strafverfolgungsbehörden, schreibt die Zeitung. So sei dem FBI dank der gesammelten Daten gelungen, die Schauspielerin Shannon Guess Richardson wegen des mutmaßlichen Versands von Giftbriefen an Präsident Barack Obama und New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg aufzuspüren.

"Es ist eine Informations-Goldgrube", wird ein ehemaliger FBI-Agent in der "New York Times" zitiert. Schon die Briefumschläge reichten aus, um wertvolle Hinweise für die Ermittler zu sammeln. Einen Brief tatsächlich zu öffnen, erfordert dagegen den Beschluss eines Richters.

Quelle: n-tv.de

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