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Die entsandten US-Soldaten sollen sich in Afghanistan nicht direkt an Kämpfen beteiligen.
Die entsandten US-Soldaten sollen sich in Afghanistan nicht direkt an Kämpfen beteiligen.(Foto: picture alliance / dpa)

Kein Ende des Afghanistan-Einsatzes: USA schicken neue Truppen in den Krieg

Der Krieg in Afghanistan hat mehr als 2300 US-Soldaten das Leben gekostet: Als Präsident Barack Obama den Militäreinsatz vor anderthalb Jahren für beendet erklärt, lässt er sich dafür feiern. Nun schickt er neue Truppen an den Hindukusch.

Die Vereinigten Staaten wollen Hunderte Soldaten in die schwer umkämpfte afghanische Südprovinz Helmand schicken. Nach einem Bericht der britischen Zeitung "The Guardian" sollen die US-Truppen die afghanischen Streitkräfte im Kampf gegen die erstarkten Taliban unterstützen. Es werde ein Bataillon entsandt, hieß es in dem Bericht - möglicherweise schon Ende des Monats. Die Soldaten würden aber nicht an Kampfhandlungen teilnehmen. Sie seien nach Angaben aus Behördenkreisen lediglich dafür da, die "Leistungsfähigkeit der Kräfte vor Ort" zu stärken - etwa mit speziellen Trainings.

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US-Präsident Barack Obama hatte den amerikanischen Kampfeinsatz in Afghanistan Ende 2014 offiziell für beendet erklärt. Allerdings sind nach unbestätigten Berichten aus Helmand auch immer wieder US-Spezialkräfte an Gefechten beteiligt. Erst Anfang Januar war ein US-Elitesoldat während eines stundenlangen Schusswechsels mit den Taliban in der Provinzstadt Marja getötet worden - zwei weitere wurden verletzt.

In den vergangenen zehn Tagen haben sich die Kämpfe vor allem in Sangin noch einmal intensiviert, sagte Provinzratsmitglied Abdul Achunsada. Armee und Polizei hätten nur noch Kontrolle über einen einzigen Armeestandort, seien aber von Taliban umzingelt. Nachschub erreiche die Soldaten nicht. Der Sender "Tolo News" berichtete von Armeekommandeuren, die um Hilfe gebeten hätten.

Deutschland nimmt gefährdete Afghanen auf

Wie dramatisch sich die Sicherheitslage in dem Land verschlechtert hat, beweist nicht zuletzt die Zahl der ausgereisten afghanischen Ortskräfte von der Bundeswehr und anderen deutschen Organisationen. Wegen einer konkreten Gefährdung hätten die Bundesbehörden seit Juli 2015 in 68 Prozent der entschiedenen Fälle Aufnahmezusagen gemacht, berichtete der Radiosender NDR Info unter Berufung auf Zahlen des Bundesinnenministeriums.

Zuvor waren dem Bericht zufolge nur 40 Prozent der Gefährdungsanzeigen von jenen Afghanen positiv beschieden worden, die in dem Land für die Bundeswehr, die deutsche Entwicklungshilfe, das Innenministerium oder das Auswärtige Amt tätig waren. Die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl und die Grünen im Bundestag bezeichneten diese Entwicklung als erfreulich. Der Trend spiegle nun stärker die verschlechterte Sicherheitslage in Afghanistan wider.

Quelle: n-tv.de

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