Politik

Atomkatastrophe von 1966: USA und Spanien entseuchen

Mehr als 40 Jahre nach dem bislang schwersten Unfall mit amerikanischen Atomwaffen haben sich Spanien und die USA auf eine Entseuchung des Unglücksorts geeinigt.

Wie die Zeitung "El Pas" berichtete, kamen Madrid und Washington überein, an der Unglücksstelle im Südosten Spaniens gemeinsam die radioaktiven Rückstände im Erdreich zu beseitigen. Beide Seiten wollten sich die Kosten der Operation teilen.

Bei dem Dorf Palomares in der Provinz Almera war am 17. Januar 1966 ein B-52-Bomber der US-Luftwaffe mit vier Atombomben abgestürzt. Die Maschine war beim Auftanken in der Luft mit einem Tankflugzeug zusammengestoßen. Drei der vier Atombomben an Bord prallten auf die Erde. Zwei davon zerbrachen und verseuchten 220 Hektar Felder mit radioaktivem Plutonium.

Die US-Regierung ließ damals über eine Million Tonnen Erdreich abtragen und zur Entseuchung in die USA bringen. Eine vierte Bombe war ins Mittelmeer gestürzt und erst 80 Tage nach dem Unglück geborgen worden.

Spanische Experten stellten vor zwei Jahren fest, dass sich in Palomares an bestimmten Stellen noch immer radioaktive Rückstände im Boden befinden. Die Regierung ließ Grundstücke von zehn Hektar enteignen, um zu verhindern, dass sie bebaut werden. Was die jetzt geplante Entseuchung die Spanier und Amerikaner kosten wird, ist unbekannt. "Niemand weiß, wie viel Radioaktivität sich dort im Boden befindet", sagte ein spanischer Experte.

Quelle: n-tv.de

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