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Mit schweren Geschützen geht die irakische Armee gegen die Isis vor.
Mit schweren Geschützen geht die irakische Armee gegen die Isis vor.(Foto: REUTERS)

Kampf gegen die Isis im Irak: USA wollen mit Iran verhandeln

Der Vormarsch der Islamisten im Irak könnte die USA und den Iran näher zusammenbringen. Sie planen laut einem Medienbericht direkte Gespräche. Erbeutete Daten der Isis bieten derweil einen Blick in Organisation, Finanzen und ausländische Kämpfer der Miliz.

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Die Krise im Irak bringt offenbar zwei Erzfeinde näher zusammen. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, bereitet die US-Regierung direkte Gespräche mit dem Iran vor. Dabei soll es um die Sicherheitslage im Irak und Wege zur Vertreibung der sunnitischen Miliz Isis gehen, sagten hochrangige US-Vertreter der Zeitung.

Mit dem Beginn der direkten Gespräche wird noch in dieser Woche gerechnet. Unklar ist allerdings noch, über welche diplomatischen Kanäle sich die US-Regierung mit Teheran austauschen will. Einen Anlass könnte die neue Runde der Atomverhandlungen mit der Islamischen Republik bieten, die am Montag in der österreichischen Hauptstadt Wien beginnt.

Das Weiße Haus wollte den Zeitungsbericht weder bestätigen noch dementieren. Die USA haben wegen der Erfolge der Islamisten bereits einen Flottenverband um den Flugzeugträger "George H.W. Bush" in den Persischen Golf entsandt. US-Präsident Barack Obama hat eine Entsendung von Bodentruppen in den Irak ausgeschlossen. Allerdings will er eine "Reihe anderer Optionen" prüfen.

Exekutionen und Auspeitschungen

Irans Präsident Hassan Ruhani zeigte sich offen für eine Zusammenarbeit mit den USA im Kampf gegen die Isis. Allerdings müsse die Initiative von den Amerikanern ausgehen. Zwischen Washington und Teheran hatte unter anderem wegen des Atomstreits jahrelang eine Eiszeit geherrscht. Zuletzt gab es aber dort bereits eine Annäherung.

Bilder, die die Islamisten verbreiten, sollen eine Massenexekution in einer der eroberten Städte zeigen.
Bilder, die die Islamisten verbreiten, sollen eine Massenexekution in einer der eroberten Städte zeigen.(Foto: AP)

Die Gruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) hatte in den vergangenen Tagen Teile des Iraks unter ihre Kontrolle gebracht. Die radikalen Islamisten gingen dabei äußerst brutal vor. Im Internet wurden Bilder und Videos ihrer Gräueltaten gezeigt, darunter grausame Exekutionen, Erschießungen und Auspeitschungen. Die irakische Armee, meist schiitische Freiwillige sowie kurdische Peschmerga-Truppen starteten am Wochenende eine Gegenoffensive, die die Isis-Offensive stellenweise zum Stoppen brachte.

Wichtige Informationen erbeutet

Beim Vorstoß der irakischen Truppen gegen die Isis fielen ihnen einem "Guardian"-Bericht zufolge mehr als 160 Speichersticks der Islamisten mit hoch brisanten Informationen in die Hände. Darunter seien Namen und Kriegsnamen aller ausländischen Isis-Kämpfer, von Isis-Anführern, Codewörter, die Initialen von Informanten in Ministerien sowie die kompletten Finanzdaten der Organisation. "Wir waren alle verblüfft, und die Amerikaner auch", sagte ein Geheimdienstoffizier der britischen Zeitung.

In den Besitz der Daten gelangten die irakischen Streitkräfte dem Bericht zufolge bereits vor dem Fall Mossuls. Zwei Tage vor der Isis-Offensive habe ein Kurier des Isis-Kommandeurs Abdulrahman al-Bilawi im Dauerverhör den Namen seines Chefs gestanden. Wenige Stunden später sei Al-Bilawi tot gewesen. In seinem Haus und bei seinem Kurier seien die Datenträger sichergestellt worden.

Ihre Auswertung - unter anderem durch CIA-Agenten - sei noch im Gange. Seit der Eroberung Mossul verfügt die Isis demnach zudem über Milliardenwerte. "Vor Mossul betrugen ihr gesamtes Bargeld und Anlagen 875 Millionen Dollar", sagte der Informant. "Danach, mit dem Geld, das sie in Banken geraubt haben und dem Wert der militärischen Versorgungsgüter, die sie geplündert haben, konnten sie weitere 1,5 Milliarden Dollar dazu addieren."

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Quelle: n-tv.de

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