Montag, 07. September 2009
Krümmels Tage sind gezählt: AKW wohl vor dem Aus
Das störanfällige Atomkraftwerk Krümmel wird wohl nie wieder ans Netz gehen. Das schätzt Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) ein. Vattenfall habe alles falsch gemacht, was man falsch machen könne. Ein mit Unzuverlässigkeit begründetes Ende wäre ein Novum in der Atommeiler-Geschichte Deutschlands."Ich glaube nicht, dass Krümmel wieder ans Netz geht", sagte Sander in Hannover. Der Betreiber Vattenfall habe alles falsch gemacht, was man falsch machen könne.
Der Reaktor war nach einem Trafo-Unfall im Jahr 2007 und zwei Jahren Stillstand im Juni wieder in Betrieb genommen worden. Kurz darauf musste er aber wieder abgeschaltet werden, innerhalb von nur zwei Wochen kam es zu drei Störfällen.
Novum in der Geschichte
Ein mit Unzuverlässigkeit eines Betreibers begründetes Ende von Krümmel wäre ein Novum in der gut 35-jährigen Atommeiler-Geschichte Deutschlands. Ein Entzug der Betreiber-Genehmigung müsste von dem für die Atomaufsicht zuständigen Landes-Umweltministerium rechtlich geprüft werden.
Seit dem Abschalten der Atomkraftwerke Mülheim-Kärlich, Stade und Obrigheim sind noch 17 Meiler am Netz, von denen in den nächsten Jahren die acht ältesten den Betrieb einstellen sollen – darunter Brunsbüttel (Vattenfall), Biblis A und B (RWE), Neckarwestheim I (EnBW) und Unterweser (E.ON).
dpa
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