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Lager in Röszke geräumt: Ungarn schließt Grenze zu Serbien

Bei Röszke schließt Ungarn den Zaun zu Serbien endgültig. Zugleich räumen die Behörden das Flüchtlingslager in der Grenzstadt - und schickt die Gestrandeten auf direktem Weg Richtung Österreich.

Die ungarische Polizei hat die letzte Lücke im Grenzzaun zu Serbien bei Röszke geschlossen. Weitere Polizisten bewachten die angrenzenden Gleise, über die in den vergangenen Tagen viele Flüchtlinge die Grenze übertreten hatten. Über Röszke führt der Weg der meisten Flüchtlinge auf der sogenannten Westbalkanroute in Richtung Westeuropa.

Zuvor räumten die ungarischen Behörden das Flüchtlingslager in Röszke. Tausende Menschen wurden mit Zügen und Bussen in Richtung österreichische Grenze gebracht.

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Mit dem Weitertransport erhöht sich der Druck auf Österreich. Deutschland hat an der Grenze zu Österreich seit dem gestrigen Abend wieder Kontrollen eingeführt. Österreich werde "in einigen wenigen Stunden" die Grenze zu Ungarn kontrollieren, hieß es in Wien. Die Kontrollen sollten zumindest in den "nächsten Tagen" aufrecht erhalten werden.

Die Regierung in Wien kündigte auch an, in der Flüchtlingskrise nun Teile der Armee einzusetzen. Bundeskanzler Werner Faymann sagte, rund 2200 Soldaten sollten unter anderem bei Grenzkontrollen helfen.

Soldaten beziehen Stellung an ungarischer Grenze

Am Montag verstärkte Ministerpräsident Viktor Orban den Grenzschutz im Süden des Landes mit fast 900 Polizisten. Er rief die Beamten dazu auf, sich menschlich zu zeigen, gleichzeitig aber in kompromissloser Weise dem Gesetz Geltung zu verschaffen.

Mehrere ungarische Medien berichteten zudem, dass bereits jetzt zusätzlich bewaffnete Soldaten in Militärfahrzeugen an der Grenze bei Röszke gesehen worden seien. Für eine Unterstützung des Grenzschutzes durch Soldaten gibt es derzeit noch kein grünes Licht vom Parlament in Budapest. Erst am 21. September sollen die Abgeordneten darüber entscheiden, ob die Armee im Krisenfall dem Grenzschutz helfen darf.

Unabhängig davon sind seit Sonntag nach offiziellen Angaben 4300 Soldaten im Einsatz, um den Zaun an der serbischen Grenze fertig zu bauen. Von Dienstag an gilt illegaler Grenzübertritt in Ungarn als Straftat, die mit Haft oder Abschiebung geahndet werden kann. Bislang ist es nur eine Ordnungswidrigkeit. Kurz vor der Verschärfung der Regelungen hat sich die Zahl der ankommenden Flüchtlinge stark erhöht.

Quelle: n-tv.de

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