Politik
Ein ungarischer Grenzpolizist spricht mit zwei Flüchtlingen an der ungarisch-serbischen Grenze.
Ein ungarischer Grenzpolizist spricht mit zwei Flüchtlingen an der ungarisch-serbischen Grenze.(Foto: AP)

Steigender Flüchtlingsstrom: Ungarn will Grenze zu Serbien dichtmachen

Um den steigenden Flüchtlingsstrom zu bewältigen, erwägt die ungarische Regierung drastische Mittel: Möglicherweise wird die Grenze zum Nachbarland Serbien komplett geschlossen.

Angesichts einer drastischen Zunahme eintreffender Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und aus Afghanistan erwägt die ungarische Regierung eine Schließung der Grenze zu Serbien. "Wir halten es nicht für richtig, dass sie uns die Flüchtlinge schicken, sie müssen auf serbischem Gebiet aufgehalten werden", sagte Ministerpräsident Victor Orban am Freitag dem staatlichen Rundfunk. "Wir ziehen alle Optionen in Betracht, darunter die Möglichkeit einer vollständigen Schließung der Grenzen." Eine Entscheidung könne am kommenden Mittwoch getroffen werden.

Ungarn gehört zum Schengen-Raum, Serbien ist Anwärter auf eine EU-Mitgliedschaft. Anfang Juli ist ein serbisch-ungarisches Gipfeltreffen geplant, bei dem über die Einwanderungsfragen gesprochen werden soll.

Im vergangenen Jahr trafen in Ungarn rund 43.000 Flüchtlinge ein, 2012 waren es nur 2000 gewesen. In diesem Jahr nahm die Zahl der Flüchtlinge weiter zu. Bislang waren es bereits 54.000, nach den Annahmen der Regierung in Budapest dürften es im ganzen Jahr rund 130.000 werden. Nach offiziellen Angaben kommen 95 Prozent der Flüchtlinge über Serbien nach Ungarn.

Wegen der gemeinsamen Grenze mit Ungarn ist auch Österreich von den Flüchtlingsbewegungen betroffen. Die Regierung in Wien kündigte in dieser Woche an, sie werde 40 Polizisten zur Verstärkung der Grenzkontrollen an die ungarisch-serbische Grenze schicken.

Quelle: n-tv.de

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