Politik
Øystein Løseth
Øystein Løseth(Foto: dpa)
Dienstag, 07. Juni 2011

Entschädigung für Schrottmeiler: Vattenfall will Geld sehen

Der Chef des Energiekonzerns Vattenfall, Løseth, fordert eine "faire Entschädigung" für den schwarz-gelben Atomausstieg. Die beiden deutschen Meiler des schwedischen Staatskonzerns, Brunsbüttel und Krümmel, sind nach Pannenserien bereits seit vier Jahren vom Netz. RWE-Chef Großmann schreibt derweil einen Brief an Bundeskanzlerin Merkel.

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall verlangt für die Zwangsstilllegung seiner deutschen Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel eine "faire Entschädigung". Konzernchef Øystein Løseth sagte, das norddeutsche Vattenfall-Kernkraftwerk Krümmel dürfe "mit Blick auf die Reststrommengen zeitlich und mengenmäßig nicht schlechter als andere neuere Kernkraftwerke gestellt werden".

Der Pannen-Meiler Brunsbüttel ist nach diversen Zwischenfällen seit 2007 vom Netz, Krümmel, das ebenfalls 2007 vom Netz genommen worden war, wurde 2009 nach nur zwei Wochen wegen erneuter Pannen wieder runtergefahren.

Brunsbüttel ist bereits seit 2007 vom Netz. Das AKW gehört zu den sieben Altmeilern, die Schwarz-Gelb dauerhaft abschalten will.
Brunsbüttel ist bereits seit 2007 vom Netz. Das AKW gehört zu den sieben Altmeilern, die Schwarz-Gelb dauerhaft abschalten will.(Foto: picture alliance / dpa)

Løseth sagte, es sei noch zu früh, über eine mögliche Gerichtsklage zu entscheiden. Vattenfalls deutsche Tochter gehört zu den vier größten Energiekonzernen in Deutschland und betreibt neben Krümmel auch das Atomkraftwerk Brunsbüttel.

"700 Millionen investiert"

Für das Wiederanfahren von Krümmel und Brunsbüttel habe man 700 Millionen Euro investiert, erklärte Løseth. "Wir haben natürlich all die Investitionen in unsere Reaktoren in dem Glauben getätigt, dass sie wieder angefahren werden." Mit Blick darauf sei die Lage "dramatisch".

Er meinte weiter, Vattenfall respektiere die Entscheidungen der deutschen Regierung und der deutschen Politiker. Der Berliner Entscheid zum schnellen Atomausstieg sei "einzig und allein auf die Stimmungslage nach Fukushima zurückzuführen".

Großmann schreibt an Merkel

Merkel und Großmann im Sommer 2010. Damals war ihr Verhältnis noch ungetrübt.
Merkel und Großmann im Sommer 2010. Damals war ihr Verhältnis noch ungetrübt.(Foto: dapd)

RWE-Chef Jürgen Großmann wandte sich unterdessen in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Im Kern gehe es darin um die im früheren rot-grünen Ausstiegsbeschluss festgelegten Strommengen für die einzelnen Meiler, sagte eine RWE-Sprecherin. "Wir sehen die Gefahr, dass wir die Restmengen nicht verstromen können." Die RWE-Sprecherin machte keine Angaben dazu, ob Großmann für die Reststrommengen gegebenenfalls Schadenersatz verlangen will.

Am Montag hatte bereits der Konkurrent Eon auf die Frage der Reststrommengen verwiesen. Der Konzern gehe davon aus, nicht alle ursprünglich zugesagten Strommengen produzieren zu können. "Dadurch entsteht ein zusätzlicher Vermögensschaden, den wir auch geltend machen werden."

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Quelle: n-tv.de

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