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Politik

Donnerstag, 12. August 2010

Vorgetäuschter Pflege-Mindestlohn: Verdi wirft Branche Pfusch vor

Mit dem eingeführten Mindestlohn sollten Arbeitgeber den Beschäftigten der Pflegebranche endlich einen angemessenen Lohn zahlen. Jetzt schlägt die Gewerkschaft Verdi Alarm: De facto bekämen die Angestellten nicht mehr Geld - sondern nur eine andere Abrechnung.
Andere Abrechnung, gleiches Geld: Keine Besserung für Pflegekräfte?

Andere Abrechnung, gleiches Geld: Keine Besserung für Pflegekräfte?
(Foto: picture alliance / dpa)

Die Arbeitgeber in der Pflegebranche umgehen nach Angaben der Gewerkschaft Verdi in vielen Fällen den seit 1. August geltenden Mindestlohn. "Die Arbeitgeber lassen nichts unversucht, um den Pflegemindestlohn zu umgehen", kritisierte Verdi- Bundesvorstandsmitglied Ellen Paschke.

So würden unrechtmäßig Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Schichtzulagen oder Leistungsprämien von den Arbeitgebern auf den Stundenlohn umgelegt und dieser so von 7,48 Euro auf die in der entsprechenden Rechtsverordnung vorgeschriebenen 8,50 Euro erhöht.

Arbeitgeber legen Fahrgelder um

Auch die sogenannten Fahrgelder - Zuschüsse für private Fahrzeuge, die von Pflegern dienstlich genutzt werden - würden plötzlich auf den Stundenlohn angerechnet. Außerdem würden Fahrzeiten zwischen den Patienten nicht mehr als Arbeitszeit anerkannt, sondern nur noch die beim Patienten verbrachte Zeit, so Paschke.

Pflegekräfte, die sich um kranke und alte Menschen kümmern, klagen schon lange über schlechte Bezahlung. Seit August erhalten sie für ihre Arbeit einen gesetzlichen Mindestlohn von 7,50 Euro in Ostdeutschland und 8,50 Euro im Westen. Im Januar 2012 und im Juli 2013 steigen die Sätze noch einmal auf insgesamt 8 und 9 Euro. Die Regelung gilt für knapp 600.000 der bundesweit insgesamt rund 800.000 Pflegekräfte.

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dpa

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