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Ursula von der Leyen in Afghanistan: Bald schon könnte die Bundeswehr auch in Zentralafrika im Einsatz sein.
Ursula von der Leyen in Afghanistan: Bald schon könnte die Bundeswehr auch in Zentralafrika im Einsatz sein.(Foto: picture alliance / dpa)

"Boomendes Afrika ist eine Chance": Von der Leyen für mehr Auslandseinsätze

Humanitäre Notsituationen, aber auch wirtschaftliche Interessen sind für Verteidigungsministerin von der Leyen gute Gründe, um die Bundeswehr auf Mission zu schicken. Einen Schwerpunkt einer verstärkten Präsenz macht die CDU-Politikerin in Afrika aus.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat sich für ein stärkeres Engagement der Bundeswehr im Ausland, vor allem in Afrika, ausgesprochen. Dem "Spiegel" sagte die CDU-Frau: "Wir können nicht zur Seite schauen, wenn Mord und Vergewaltigung an der Tagesordnung sind, schon allein aus humanitären Gründen." Deutschland müsse im Rahmen der Bündnisse mehr Verantwortung übernehmen.

Von der Leyen rechtfertigte ihre Forderungen nach mehr Einsätzen in Afrika mit europäischen Interessen. "Afrika ist unser direkter Nachbar, an der Meerenge von Gibraltar liegen die Kontinente nur 14 Kilometer voneinander entfernt." Eine Destabilisierung Afrikas habe für Deutschland gravierende Folgen. Aber auch wirtschaftliche Interessen machte von der Leyen geltend. Viele Länder Afrikas stünden wirtschaftlich besser da als zuletzt. "Ein boomendes Afrika ist eine Chance, gerade für ein Land mit einer so starken Exportwirtschaft."

Mehr Engagement forderte von der Leyen in erster Linie in Mali. Hier will sie die Aktivitäten der Bundeswehr erweitern. "Derzeit liegt die Mandatsobergrenze bei 180 Mann, 99 Soldaten sind vor Ort. Dieses Engagement könnten wir verstärken, das erwarten auch unsere Verbündeten, allen voran die französische Regierung", sagte die CDU-Politikerin. "Ich könnte mir vorstellen, dass das Mandat auf bis zu 250 Mann aufgestockt wird."

Von der Leyen für gesamteuropäische Truppe

Einen weiteren Brennpunkt machte von der Leyen in Zentralafrika aus: "In Zentralafrika entfaltet sich ein blutiger Krieg zwischen Christen und Muslimen. Wir können nicht zulassen, dass der Konflikt die ganze Region in Flammen setzt." Die Ministerin sagte, sie könne sich vorstellen, dass die Bundeswehr einen Lazarett-Airbus bereitstellt, um verwundete Soldaten aus dem Kriegsgebiet zu evakuieren. Die EU-Außenminister hatten kürzlich die Entsendung von bis zu 1000 Soldaten in das krisengeschüttelte Land beschlossen, in dem nach Einschätzung der Vereinten Nationen ein Völkermord droht.

Neben der Ausweitung der Aufgaben der Bundeswehr plädierte von der Leyen für eine intensivere Zusammenarbeit auf EU-Ebene und eine bessere Verteilung der Aufgaben. "Europa kommt im Spiel der globalen Kräfte nicht voran, wenn die einen sich immer dezent zurückhalten, wenn es um militärische Einsätze geht, und die anderen unabgestimmt nach vorne stürmen." Auf lange Sicht spricht sich von der Leyen für gesamteuropäische Streitkräfte aus. Eine solche Entwicklung halte sie für die "logische Folge" einer stärkeren militärischen Zusammenarbeit.

Quelle: n-tv.de

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