Politik

Waffenzentralregister in Hamburg: WANDA startet

Mit dem bundesweit ersten zentralen Waffenregister will der Stadtstaat Hamburg alle Besitzer legaler Waffen schärfer kontrollieren. "Unsere Sicherheitsbehörden können bei ihren Einsätzen jederzeit auf Knopfdruck die umfassenden Daten abrufen", sagte Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU). Er forderte ein zentrales Waffenregister für ganz Deutschland nach dem Vorbild Hamburgs. Derzeit gebe es bundesweit mehr als 500 zuständige Behörden, die nicht miteinander vernetzt sind, kritisierte Ahlhaus. "Die Daten müssen mühsam einzeln ermittelt werden."

Ahlhaus betonte, die Hamburger Waffennachweisdatei (WANDA) wurde bereits seit 2003 entwickelt und sei daher nicht als Reaktion auf den Amoklauf von Winnenden entstanden. Am 11. März hatte der 17-jährige Tim K. in Winnenden und Wendlingen 15 Menschen getötet. Die von dem Täter benutzte Waffe hatte dessen Vater unverschlossen aufbewahrt.

In der Hansestadt waren die jetzt zentralisierten Daten bisher auf 19 Ämter und Behörden verteilt. In WANDA ist erfasst, wer welche und wie viele Waffen besitzt. Außerdem sind unter anderem alle Menschen registriert, die keine Waffen besitzen dürfen. Die Datei sei nicht nur ein Waffenregister, sondern liefere der Polizei "bei Einsätzen und Ermittlungsaufgaben wertvolle Informationen", sagte der Senator. Die Inhaber einer Waffenerlaubnis würden mit dem System zudem regelmäßig automatisch überprüft.

WANDA bundesweit

WANDA könnte zu einem zentralen Waffenregister für ganz Deutschland ausgebaut werden, betonte Ahlhaus. In der Datei stehen derzeit in Hamburg fast 24.800 Inhaber einer Waffenerlaubnis. Das Polizeisystem, das zusammen mit dem Softwarekonzern Microsoft entwickelt wurde, gleicht die Daten regelmäßig mit Informationen etwa des Einwohnermeldeamtes und des Bundeszentralregisters ab.

WANDA hat nach Angaben der Hamburger Innenbehörde rund 850.000 Euro gekostet. Nach der EU-Waffenrichtlinie muss Deutschland bis Ende 2014 ein computergestütztes Waffenregister einrichten. Der CDU-Politiker verlangte, das bundesweite Register solle früher und umfassender eingeführt werden.

Bund und Länder hatten als Reaktion auf den Amoklauf von Winnenden die Einführung eines zentralen elektronischen Waffenregisters in Aussicht gestellt. Bei einem Treffen der Innenstaatssekretäre in Berlin hatte im Grundsatz Einigkeit über Änderungsbedarf im Waffenrecht bestanden. Eine Arbeitsgruppe soll bis zur nächsten Innenministerkonferenz Anfang Juni einen Maßnahmenkatalog erarbeiten. Ahlhaus will auf dieser Konferenz konkrete Vorschläge für die Übernahme der Technik machen. Ein entsprechender Antrag soll bereits am Freitag im Bundesrat beschlossen werden.

Quelle: n-tv.de

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