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Kommunalwahl in Hessen: Warum die AfD noch abrutschen könnte

Laut Landeswahlleiter kommt die AfD bei der Kommunalwahl in Hessen auf 13,2 Prozent. Doch noch ist die Auszählung nicht beendet, am Ende könnte die AfD unter zehn Prozent liegen.

Das vorläufige amtliche Endergebnis heißt bei der hessischen Kommunalwahl "Trendergebnis". Danach erreichte die CDU 28,2 Prozent und die SPD 28 Prozent. Die AfD kommt mit 13,2 Prozent auf Platz drei. Doch das Ergebnis hat einen Haken: Es stimmt nur bedingt.

In Hessen wird bei Kommunalwahlen seit 2001 das System des Kumulierens und Panaschierens angewandt. Dabei kann jeder Wähler mehrere Kreuze setzen, wie viele, hängt von der Zahl der Kandidaten ab. Einem Bewerber kann man bis zu drei Stimmen geben - das ist die Häufung von Stimmen, das sogenannte Kumulieren. Man kann diese Stimmen auch auf die Bewerber von unterschiedlichen Listen verteilen. Das ist das Panaschieren. Schließlich gibt es die Möglichkeit, alle Stimmen, die man zu vergeben hat, einer Liste zu geben.

Die Wahl nach diesem System klingt komplizierter als sie ist. Aufwendig ist allerdings das Auszählen. Nach der Schließung der Wahllokale am Sonntag wurden zunächst nur die Stimmzettel gezählt, auf denen die sogenannten Listenkreuze gemacht wurden. Daraus ermittelte der Landeswahlleiter das Trendergebnis.

60 Prozent der Wähler entschieden sich für ein Listenkreuz, nur ihre Stimmen wurden bislang gezählt. Knapp 4 Prozent der Stimmzettel sind bereits als ungültig aussortiert worden. Noch nicht ausgewertet wurden 36 Prozent der Stimmen. Nach Ansicht von Meinungsforschern dürfte das Ergebnis der AfD leicht sinken, wenn die kumulierten und panaschierten Stimmen ebenfalls berücksichtigt wurden. Dieses Ergebnis wird erst für Donnerstag erwartet.

Die bisher vorliegenden Zahlen begünstigten die AfD, da die kumulierten und panaschierten Stimmen noch nicht berücksichtigt seien, sagte der Leiter der Forschungsgruppe Wahlen, Matthias Jung. Allerdings werde sich im Endergebnis nichts am "deutlich positiven" Abschneiden der Rechtspopulisten ändern.

Quelle: n-tv.de

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