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Ernüchternder Klimaschutz-Index : Welt immer abhängiger von Kohle

Germanwatch zieht im jüngsten Klimaschutz-Index eine vernichtende Bilanz: Keines der 58 untersuchten Länder tut genug gegen den Klimawandel. "Die Ergebnisse in diesem Jahr sind besorgniserregend", so Germanwatch-Experte Burck. Die ersten Plätze auf dem Index bleiben daher leer.

Schweden, Großbritannien und Deutschland sind nach einer Analyse der Organisation Germanwatch noch die Länder mit dem besten Klimaschutz. Das neue Energiekonzept und der Trend zu immer weniger Treibhausgasen hätten Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um eine Position nach vorne geschoben, erläuterte Germanwatch in seinem Klimaschutz-Index 2012, der auf dem Zwischen Hoffnung und Verzweiflung veröffentlicht wurde.

Jedoch stellt die Organisation auch fest: Keines der 58 untersuchten Länder hat genug getan, um den Klimawandel zu vermeiden. Daher ließen die Autoren die ersten drei Plätze auf dem Klimaschutz-Index wie in den vorangegangenen Jahren leer. "Die Ergebnisse in diesem Jahr sind besorgniserregend. Weltweit hat sich die Abhängigkeit von Kohle noch gesteigert. 80 Prozent des Index werden durch Emissionsniveau und -trend beeinflusst", erläutert Jan Burck, Mitautor der Studie.

Kein Land ist ein echter Vorreiter im Klimaschutz.
Kein Land ist ein echter Vorreiter im Klimaschutz.(Foto: picture alliance / dpa)

Mit dem Atomausstieg und dem gleichzeitigen Festhalten an hohen Klimazielen könne Deutschland die erneuerbaren Energien weiter ausbauen, so Burck. "Allerdings werden die geplanten Emissionsreduktionen nicht erreicht, wenn nun nicht auch im Bereich der Energieeffizienz ernst gemacht wird." Da Deutschland immer noch einen hohen Ausstoß an Treibhausgasen habe, komme es nicht auf den Spitzenplatz im Klimaschutz-Index.

"Leider ist kein Land ein echtes Klimavorbild", bedauerte Burck. Schweden habe relativ niedrige Emissionen und gute Trends insbesondere im Gebäudebereich. Gleichzeitig seien in den vergangenen Jahren aber keine neuen Klimaschutzgesetze auf den Weg gebracht worden. "Großbritannien sticht zwar mit einem umfangreichen und bis 2050 reichendem Klimaschutzgesetz hervor", erläuterte Burck. Allerdings sei es noch nicht genügend in die Praxis umgesetzt worden.

USA profitieren von Wirtschaftskrise

Die USA kletterten zwei Ränge nach vorne auf Platz 52, weil die Wirtschaftskrise zu verminderten Treibhausgas-Emissionen führte. Indien fiel vor allem wegen der gestiegenen Emissionen, aber auch wegen seiner Klimapolitik um 13 Ränge auf Platz 23.

China sei zwar der größte Kohlendioxid-Emittent. Zugleich habe es aber die Hälfte aller im Jahr 2010 weltweit installierten alternativen Energieanlagen aufgebaut - gemessen an der Kapazität. Am Ende der Liste stehen Kasachstan, Iran und wie im vergangenen Jahr als Schlusslicht Saudi- Arabien.

Bilderserie

Für den Klimaschutz-Index hat Germanwatch zusammen mit dem Climate Action Network Europe 58 Länder betrachtet, die zusammen 90 Prozent des energiebedingten Kohlendioxids ausstoßen. Dabei wurde für die Emissionsmenge der Zeitraum 2007 bis 2009 erfasst. Mehr als 200 Experten beurteilten dabei die Klimapolitik ihrer jeweiligen Länder.

Quelle: n-tv.de

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