Freitag, 02. September 2011
Alle 250.000 Kabel im Internet: Wikileaks gibt US-Depeschen frei
Als Konsequenz aus dem Datenleck stellt Wikileaks nun den gesamten Bestand der mehr als 250.000 Depeschen von US-Botschaften ins Internet - unredigiert. Mit der ungewöhnlichen Aktion reagiert die Enthüllungsplattform offenbar auf Vorwürfe, das Leben dutzender Informanten zu gefährden.Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat nach der schweren Datenpanne um die mehr als 250.000 geheimen US-Depeschen den kompletten Datensatz jetzt selbst online gestellt. Damit sind nun auch die Namen von Informanten der US-Botschaften öffentlich, die teilweise sensible Informationen lieferten.
Ursprünglich hatten Wikileaks-Gründer Julian Assange und seine Medienpartner die Identifikation der Informanten unterbinden wollen, indem sie ihre Namen unkenntlich gemacht hatten. Allerdings geriet die verschlüsselte Datei mit den unredigierten Namen in Umlauf. Außerdem veröffentliche der britische Journalist David Leigh in einem Buch über Wikileaks das Passwort zur Entschlüsselung der Botschafts-Telegramme.
Mit der nun vollständigen Veröffentlichung aller Datensätze will Wikileaks offenbar auf den Vorwurf reagierung, Informanten zu gefährden. Die totale Offenlegung ist zudem als ein letzter Versuch zu werten, den durch das Datenleck entstandenen Vertrauensbruch zu beheben.
Journalist verrät Passwort
Der Mitarbeiter der britischen Zeitung "The Guardian" hatte die sensible Daten von Wikileaks erhalten, die zu diesem Zeitpunkt noch in einer Medienpartnerschaft verbunden waren. Nach mehreren kritischen Artikeln im "Guardian" über Vergewaltigungsvorwürfen gegen Assange brach diese Kooperation auseinander.
Leigh rechtfertigte die Veröffentlichung des Passworts in seinem Buch mit dem Hinweis, er sei davon ausgegangen, dass es damals nur für wenige Stunden gültig gewesen sei.
tis/dpa
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