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(Foto: picture alliance / dpa)

1,3 Millionen Euro für Parteien: Wirtschaft knausert mit Spenden

Die Metall- und Bekleidungsindustrie sowie die Autobauer BMW und Daimler spenden den Parteien in Deutschland 2012 mehr als eine Million Euro. Besonders profitieren CSU und FDP. Doch im Vergleich zum Vorjahr geht die Summe der Großspenden insgesamt zurück.

Die Parteien haben im vergangenen Jahr rund ein Drittel weniger Großspenden erhalten als im Jahr zuvor. Dies geht aus einer Aufstellung des Bundestagspräsidiums hervor, die der "Frankfurter Rundschau" vorliegt. Demnach flossen insgesamt 1,3 Millionen Euro an Großspenden an die Parteien, 2011 waren es 2,03 Millionen. Auch in den Jahren zuvor kürzte die Wirtschaft ihre Spenden schon.

Größter Profiteur 2012 war die CSU. Sie erhielt insgesamt 460.000 Euro vom Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie sowie vom Autobauer BMW. CDU und SPD lagen mit jeweils rund 260.000 Euro Großspenden fast gleichauf. Die FDP musste sich mit 205.000 Euro begnügen. Dies ist angesichts von nur 60.000 Mitgliedern im Vergleich zu den anderen Parteien allerdings ein gewaltiger Betrag. CDU und SPD kommen immerhin auf mehr als 480.000 Mitglieder, die CSU auf 150.000. Die Grünen erhielten keine Großspenden. Auch von Großspenden an die Linke ist in dem Zeitungsbericht keine Rede.

Finanzbranche spendet nicht im großen Stil

Die Zuwendungen an die Parteien stammen ausschließlich von der Metallindustrie, der Bekleidungsindustrie sowie von den Autobauern BMW und Daimler. Die Finanzwirtschaft fehlt komplett.

Im laufenden Jahr dürfte sich die Summe der Großspenden wieder drastisch erhöhen - wie immer in Wahlkampfzeiten. Im Jahr der Bundestagswahl 2009 gaben Unternehmen rund sechs Millionen Euro für die Parteien aus. Der Großteil stammte damals trotz Finanzkrise noch aus der Bankenbranche.

Als Großspenden gelten Summen von mehr als 50.000 Euro, die von den Parteien unverzüglich beim Bundestagspräsidenten angezeigt werden müssen. Kleiner Zuwendungen zwischen 10.000 und 50.000 Euro werden dagegen erst mit mehr als einjähriger Verspätung in den Rechenschaftsberichten der Parteien offengelegt.

Quelle: n-tv.de

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