Politik
Nicht jeder fühlt sich von den großen Parteien repräsentiert.
Nicht jeder fühlt sich von den großen Parteien repräsentiert.(Foto: dpa)

Wer läuft unter Sonstige?: Wofür 10,8 Prozent der Bayern stimmten

Von Solveig Bach

Am großen Verteilungskuchen am Ende des Wahlabends bilden sie nur ein winziges Stück. Doch auf die sonstigen Parteien entfallen bei der bayerischen Landtagswahl immerhin 10 Prozent der Stimmen. Aber wer bekommt die?

Bei der bayerischen Landtagswahl durften etwa 9,5 Millionen Bürger ihre Stimme abgeben. Sie hatten die Wahl zwischen 15 Parteien. Die meisten Wähler machten ihre Kreuze natürlich bei einer der großen Parteien: 47,7 Prozent bei der CSU, 20,6, bei der SPD, 8,6 Prozent bei den Grünen und 9 Prozent bei den Freien Wählern. Für die FDP stimmten 3,3 Prozent.

Damit bleiben laut amtlichem Endergebnis noch zehn Parteien, auf die immerhin weitere 10,8 Prozent der Gesamtstimmen entfallen. Unter Sonstige findet sich eine bunte Mischung von Parteien, die durchaus auch bundespolitische Bedeutung haben, und regionalen Kleinstparteien, die außerhalb Bayerns kaum jemand kennt.

Die Linkspartei, 2009 von 11,9 Prozent der Deutschen in der ganzen Bundesrepublik gewählt, scheiterte auch dieses Mal mit 2,1 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde des bayerischen Landtags. Auch die Piratenpartei verpasste mit 2 Prozent der Stimmen den Einzug in den Landtag deutlich.

Damit erging es ihr wie der Ökologisch-Demokratischen Partei ÖDP, für die 2 Prozent der Wähler votierten. Parteichef Sebastian Frankenberger zeigte sich enttäuscht, dass die ÖDP ihr Ergebnis prozentual nicht verbessern konnte. Die Partei hatte vor dem Wahlsonntag mit Erläuterungen geworben, warum es sich lohne, auch Kleinstparteien die Stimme zu geben. Darin werfen sie den etablierten Parteien vor, letztlich trotz ihrer politischen Machtfülle keine größere Wirkung zu entfalten. Als weitere Gründe werden die Wahlkampfkostenrückerstattung und erst als Punkt drei Unterstützung für die Ziele der Partei aufgezählt. Immerhin stimmten mehr als 6000 Bayern mehr für die ÖDP als für die Piraten.

Auf die nach eigenen Angaben rechtskonservativen Republikaner entfielen 1 Prozent der Stimmen, sie verlor gegenüber 2008 0,4 Prozentpunkte. Ähnlich erging es auch der rechtsextremen Nationaldemokratischen Partei Deutschlands. Die NPD kam auf 0,6 Prozent, ein Minus von 0,6 Prozentpunkten.  

Die Bayernpartei, die für sich damit geworben hatte, ausschließlich für Bayern und bayerische Interessen zu kämpfen, fühlt sich trotz der nur 2,1 Prozent der Stimmen als Wahlsieger der Kleinen. Denn verglichen mit 2008 konnte die Partei ihre Stimmenanzahl mehr als verdoppeln. Das Ziel bei der nächsten Landtagswahl bleibt der Einzug in den Landtag. Als weitere Heimatpartei erreicht die Frankenpartei 0,7 Prozent. Sie hat sich eine "gleichberechtigte Stellung der Region Franken im Bundesland Bayern" auf die Fahnen geschrieben.

Unter den verbliebenen Parteien schneidet die Frauenliste Bayern e.V. am besten ab. Sie bringt es auf 3410 Stimmen, das entspricht einem Anteil von 0,1 Prozent. Es folgen die Bürgerrechtspartei für mehr Freiheit und Demokratie kurz Die Freiheit mit 758 Stimmen und die Bürgerrechtsbewegung Solidarität BüSo mit 228 Stimmen. Die beiden letzten Parteien werden ebenfalls mit jeweils 0,1 Prozent der Stimmen im amtlichen Endergebnis geführt.

Quelle: n-tv.de

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