Politik

Kriminelle Kinder: Wowereit für geschlossene Heime

Besonders Berlin hat ein Problem mit Kindern, die im Auftrag der Drogenmafia mit Haschisch, Heroin und Kokain dealen. Bürgermeister Wowereit sieht da Bedarf nach härterem Vorgehen. Ihm schweben geschlossene Heime für Kinder und Jugendliche vor.

Klaus Wowereit denkt an härtere Maßnahmen.
Klaus Wowereit denkt an härtere Maßnahmen.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat geschlossene Heime für schwer kriminelle Kinder und Jugendliche gefordert. Mit Blick auf zwei 11 und 13 Jahre alte Drogendealer, die mit ihrem Verschwinden aus Kinderheimen wochenlang Polizei und Betreuer narrten, sagte Wowereit: "Es muss die Möglichkeit zu geschlossenen Heimen für schwer erziehbare und schwer kriminelle Kinder und Jugendliche geben."

Er finde es richtig, "dass eine breite Öffentlichkeit sich darüber aufregt, dass diese Bürschlein hier den Rechtsstaat vorführen. Das ist unerträglich", sagte Wowereit. Bisherige Ansätze, solche sehr jungen und strafunmündigen Kriminellen in abgeschiedenen Gegenden unterzubringen und intensiv zu betreuen - "das heißt auch Bewachung" - seien auch eine Lösung.

"Ich sage, da muss jetzt etwas passieren, sonst verstehen die Leute es nicht mehr. Ich spreche mich für Möglichkeiten einer vernünftigen Unterbringung auch in geschlossenen Heimen aus." Hier müsse der Bund - auch auf Länderinitiative - tätig werden. "Das ist eine Rechtsstaatsdebatte, die nicht nur Berlin betrifft und bundesweit geführt werden muss", sagte der SPD-Politiker.

Kirsten Heisig starb kurz nach den letzten Korrekturen an ihrem Buch.
Kirsten Heisig starb kurz nach den letzten Korrekturen an ihrem Buch.(Foto: dpa)

Geschlossene Unterbringung von Jugendlichen wird sehr kontrovers diskutiert. Die große Mehrheit der Bundesländer wendet sie nicht an. Berlin hat sie in den 90er-Jahren abgeschafft. Eine derartige Unterbringung von Kindern oder Jugendlichen kann bislang nur von einem Richter angeordnet werden.

Hintergrund der Diskussion ist ein Buch der Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig, die sich kürzlich das Leben genommen hatte. Nach ihrer Einschätzung schleust die arabische Drogenmafia Kinder und Jugendliche aus palästinensischen Flüchtlingslagern nach Deutschland. In Beirut würden sie in Flugzeuge gesetzt, müssten ihre Pässe bei Schleusern abgeben und meldeten sich bei der Einreise als staatenlos und asylsuchend. In Deutschland und hauptsächlich in Berlin würden die Jugendlichen dann als Dealer tätig. Heisig kritisierte in ihrem Buch auch die deutschen Behörden, die zu zaghaft an die Problematik herangingen.

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Quelle: n-tv.de

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