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Sendung von "Aktenzeichen XY" mit Moderator Rudi Cerne.
Sendung von "Aktenzeichen XY" mit Moderator Rudi Cerne.(Foto: picture alliance / dpa)

"Kein Öl ins Feuer gießen": "XY" stoppt Beitrag wegen Flüchtlingsdebatte

Im März diesen Jahres wird in Dortmund eine junge Frau nahe einer S-Bahn-Station vergewaltigt. Die Polizei sucht den Täter. Auch "Aktenzeichen XY" will mit einem Beitrag helfen. Doch der Sender stoppt die Ausstrahlung kurzfristig.

Im März dieses Jahres wird im Dortmunder Stadtteil Huckarde eine junge Frau von einem Mann vergewaltigt. Opfer und Täter fuhren zuvor in der selben S-Bahn, Überwachungskameras machten dort Aufnahmen des mutmaßlichen Täters. Der etwa 30 bis 40 Jahre alte Mann ist etwa 1,75 Meter groß, spricht akzentfreies Deutsch - und er hat eine dunkle Hautfarbe.

Genau das ist der Grund, warum die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" einen entsprechenden Bericht über die Tat aus dem Sendeplan gestrichen hat. Das berichten die "Ruhr Nachrichten". "Aktenzeichen XY"-Chefredakteurin Ina-Maria Reize-Wildemann sagte gegenüber dem Blatt: "Wir wollen kein Öl ins Feuer gießen und keine schlechte Stimmung befördern. Das haben diese Menschen nicht verdient." Damit meint sie Flüchtlinge, die derzeit im Internet mit Hassparolen angegriffen und auf deren Unterkünfte Anschläge verübt werden.

Der Beitrag, der eigentlich für den 2. September geplant gewesen sei, komme nun zu einem "schlechten Zeitpunkt". Die Sorge des ZDF: Der Bericht könne die ohnehin negative Stimmung gegenüber Flüchtlingen und Ausländern weiter verschlechtern. Der Beitrag sei nun für Dezember 2015 oder Anfang 2016 geplant. Allerdings behält sich der Sender vor, die Ausstrahlung auch weiterhin zu verschieben, sollte sich die Stimmung gegenüber Zuwanderern nicht verbessern. "Der Zeitpunkt muss richtig sein", sagt Reize-Wildemann.

Quelle: n-tv.de

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