Politik

Lohn plus ALG II: Zeitarbeit reicht nicht zum Leben

Zeitarbeit gilt noch immer als Möglichkeit für den Einstieg in ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis. Dies ist jedoch oft eine trügerische Hoffnung, und ohne staatliche Hilfe kommen viele Leiharbeiter auch gar nicht über die Runden. Das belegen Zahlen aus dem Arbeitsministerium.

Mit den Zeitarbeitern bleibt die Wirtschaft flexibel.
Mit den Zeitarbeitern bleibt die Wirtschaft flexibel.

Jeder zwölfte Leiharbeiter hat nach Angaben der Bundesregierung im vergangenen Jahr zusätzlich zu seinem Lohn Arbeitslosengeld II bezogen. Etwa 65.000 der gut 820.000 Leiharbeiter in Deutschland hätten Leistungen aus der Grundsicherung für Arbeitslose erhalten. Das seien etwa 7000 mehr als im Jahr zuvor. Das teilte das Bundesarbeitsministerium auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion mit, wie die "Berliner Zeitung" berichtet.

Im Jahr 2010 hatte die Regierung dafür nach eigenen Angaben rund 420 Millionen Euro aufgewendet. Die Gewerkschaften dringen darauf, dass Leiharbeiter nach einer kurzen Einarbeitungszeit beim Lohn mit den Stammbeschäftigten gleichgestellt werden. Sie müssten von ihrem Lohn auch leben können.

Lohnsteigerungen auf niedrigem Niveau

Zuletzt gab es für Leiharbeiter in der untersten Lohngruppe im Mai 2011 eine reguläre Tariferhöhung von 2,5 Prozent in Westdeutschland und 3,6 Prozent in Ostdeutschland. Außerdem passten die beiden Arbeitgeberverbände IGZ und BZA ihre Tarifverträge an.

Dennoch sind die untersten Tariflöhne von Zeitarbeitern immer noch relativ niedrig. Sie betragen im Westen 7,89 Euro pro Stunde und im Osten 7,01 Euro.

Quelle: n-tv.de

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