Politik

"Merkel hat Griechenland zum KZ gemacht": Zeitschrift wirft Kanzlerin Völkermord vor

Bundeskanzlerin Merkel in Nazi-Uniform? Daran hat man sich fast schon gewöhnt. Ein griechisches Magazin legt nun noch einen drauf und zeigt die deutsche Regierungschefin in Häftlingskluft und mit Handschellen. Doch auch hier geht es nicht ohne Nazi-Rhetorik: Merkel habe Griechenland zu einem KZ gemacht.

"Crash" an einem Zeitungskiosk in Athen.
"Crash" an einem Zeitungskiosk in Athen.(Foto: dpa)

Ein griechisches Magazin wirft Bundeskanzlerin Angela Merkel "Völkermord" an den Griechen vor. Die Zeitschrift "Crash" bildet die Kanzlerin in Handschellen und mit Fußfesseln auf dem Titel ihrer aktuellen Ausgabe ab. "Stellt sie vor Gericht wegen Völkermordes an den Griechen", heißt die Schlagzeile.

Merkel trägt auf dem Cover seltsamerweise einen orangefarbenen Overall, wie die Insassen des US-Gefangenenlagers Guantanamo auf Kuba ihn tragen - ein Lager, das völkerrechtlich hoch umstritten ist.

Nicht nur Merkel sollte nach Ansicht von "Crash" vor den Internationalen Strafgerichtshof gestellt werden. Ähnliche Prozesse erhofft sich der Herausgeber des Blattes für Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, die Chefin des Internationalen Währungsfonds Christine Lagarde, für EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sowie für den europäischen Ratspräsidenten Herman van Rompuy.

Fast schon Standard: Merkel in Nazi-Uniform.
Fast schon Standard: Merkel in Nazi-Uniform.(Foto: picture alliance / dpa)

"Merkel und ihre Freunde glauben nicht an die Werte menschlichen Lebens und persönlicher Würde", so das Magazin. Die Kanzlerin habe Griechenland "zu einem modernen Konzentrationslager gemacht", in dem die Griechen isoliert würden "wie Leprakranke".

Photoshop-Titel, echte Anzeige

Es ist nicht das erste Mal, dass die Zeitschrift gegen Merkel hetzt: "Crash" zeigte die Kanzlerin bereits Ende 2011 im Schatten eines Hakenkreuzes. Wie das "Handelsblatt" berichtet, hat Giorgos Trangas, "Herausgeber des Magazins und ungekrönter König des griechischen Radau-Journalismus", Merkel tatsächlich in Den Haag wegen "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" angezeigt. Dass der Internationale Strafgerichtshof auf die Anzeige reagiert, ist allerdings höchst unwahrscheinlich.

Fanden die Griechen nicht lustig: Aphrodite zeigt den Mittelfinger.
Fanden die Griechen nicht lustig: Aphrodite zeigt den Mittelfinger.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Darstellung der Bundeskanzlerin als Häftling in griechischen Zeitungen ist neu. Bislang wird sie üblicherweise als Nazi-Führerin dargestellt - was auch eine Reaktion griechischer Medien auf deutsche Berichterstattung ist, etwa auf Schlagworte wie das von den "Pleite-Griechen" sowie auf Titelblätter deutscher Nachrichtenmagazine, die das griechische Nationalheiligtum Akropolis in Trümmern oder die Liebesgöttin Aphrodite mit Stinkefinger abgebildet haben.

Dass es auch anders geht, zeigten unlängst irische Fußballfans. Sie reisten mit einer großen irischen Fahne zur Europameisterschaft nach Polen, auf die sie "Angela Merkel denkt, wir sind bei der Arbeit" geschrieben hatten. Der Witz fand selbst das Gefallen des deutschen Botschafters in Dublin: Nach der EM empfing er die Gruppe und ließ sich von ihnen ein T-Shirt überreichen. Aufschrift: Angela Merkel denkt, ich bin bei der Arbeit.

Quelle: n-tv.de

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