Politik
(Foto: Reuters)

Regierung verfehlt Ziel grob: Zubau von Solar-Anlagen bricht massiv ein

Deutschland installiert zu wenig Photovoltaikanlagen. Einem Zeitungsbericht zufolge verfehlt die Regierung ihr Ausbauziel grob. Die Branche ist alarmiert, die Opposition fürchtet gar einen herben Rückschlag für die Energiewende.

Die Bundesregierung wird einem Bericht zufolge in diesem Jahr ihre Ziele beim Ausbau der Solarenergie verfehlen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, bleibt sie deutlich unter dem Zubauplan von 2,5 Gigawatt bei Photovoltaikanlagen. Die Zeitung berief sich auf Angaben des Solar-Branchenverbands BSW. Demnach wurden bislang in diesem Jahr Solarstromanlagen mit 1,7 Gigawatt Leistung installiert. In der verbleibenden Zeit könnten noch etwa 0,3 Gigawatt hinzukommen. Damit würden Module in einer Größenordnung von 2,0 GW auf deutsche Dächer und Felder gebaut - 40 Prozent weniger als noch im Vorjahr.

Branchenvertreter zeigten sich alarmiert. "Ausgerechnet jetzt, wo Photovoltaik preisgünstig geworden ist, wird sie ausgebremst", sagte Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW, der Zeitung. In diesem Jahr würden die Ausbauziele für die Solarenergie "klar verfehlt".

Die Grünen-Politikerin Julia Verlinden sagte dazu, die Regierung erhalte nun die "Quittung für ihre schlechte Novelle" des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Die Reform des EEG-Gesetzes war im Sommer verabschiedet worden. Dabei wurden unter anderem der Ausbau und die Förderung für Erneuerbare reduziert.

Zwar könne, so der Bericht, der Zubau bei Windanlagen an Land, der über den Plänen der Regierung liegt, in diesem Jahr die Solardefizite ausgleichen. Doch in Berlin fürchteten Politiker bereits einen breiteren Einbruch beim Ausbau Erneuerbarer Energien. "Das verfehlte Ausbauziel bei der Photovoltaik ist erst der Anfang", sagt Verlinden. "Mit der Umstellung auf Ausschreibungen bereitet die Bundesregierung den nächsten Rückschlag für die Energiewende vor. Damit würde der Ökostrom-Ausbau insgesamt zusammenbrechen."

Quelle: n-tv.de

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