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Miserable TaktikBeck ist beschädigt

29.02.2008, 13:29 Uhr

Hinter Becks Versicherungen wird künftig stets die Frage stehen, ob und wie lange er sich an sein Wort gebunden fühlt. Zudem erwies er sich als miserabler Taktiker.

Im Vorstand der SPD dürfte es mancher bedauern, dass ihm bei der Abstimmung über die Öffnung zur Linkspartei die Loyalität zum Vorsitzenden Kurt Beck wichtiger war als seine eigene Überzeugung. Nur einer hat dagegen gestimmt. Etliche andere hätten es auch, wäre Beck durch ein Nein gegen die Hinnahme linksparteilicher Unterstützung nicht beschädigt worden.

Nun melden sie sich zu Wort, und es sind Politiker aus der ersten Reihe. Der Brief des unterlegenen hamburgischen Spitzenkandidaten Michael Naumann ist ein Dokument erstaunlicher Offenheit. An eine Revision des Beschlusses ist gleichwohl nicht zu denken. Weniger weil er die die Unterstützung der SPD-Linken hat, vor allem weil man den Vorsitzenden ja nicht beschädigen darf.

Aber Kurt Beck ist längst beschädigt. Das Argument, die SPD gehe ja noch nicht mit der hessischen Linkspartei zusammen, daher könne man nicht von Wortbruch sprechen, ist pure Spitzfindigkeit. Beschädigt ist Kurt Beck, weil hinter seinen Versicherungen künftig stets die Frage stehen wird, ob und wie lange er sich an sein Wort gebunden fühlt.

Beschädigt ist Kurt Beck auch, weil sich als ein miserabeler Taktiker erwiesen hat. Der Vorsitzende der SPD ist kein Kreuzerkommandant, der befehlen kann: Gefechtskehrtwendung backbord. Es ist nur vernünftig, drüber nachzudenken, ob man die Linkspartei im Westen wie Aussätzige behandeln sollte. Ein totaler Kurswechsel aber braucht Vorbereitung, Gespräche, Überzeugungsarbeit. Eine riskante Debatte ist unausweichlich. Wenn sie dann zu dem Ergebnis führt, das Beck mit Hau-Ruck erreichen will, müssen sich die Kritiker beugen und nicht nur - vorübergehend - wegducken. Wie diese Geschichte auch immer ausgeht, Beck kriegt sie nicht mehr aus den Kleidern.