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Wohin steuert die SPD?Becks Schicksal liegt in Hessen

03.03.2008, 14:06 Uhr

Der SPD-Vorsitzende Beck ist mit dem Vorschlag einer Öffnung zur Linkspartei ein großes Risiko eingegangen. Sein Schicksal liegt jetzt in Hessen, findet Volker Jacobs.

Kurt Beck ist der Parteivorsitzende - und hat das Recht des ersten Zugriffs. Es erinnert schon an tibetanische Gebetsmühlen, so oft ist dieser Satz in der SPD zu hören. Das zeigt nur: Die Debatte über den Kanzlerkandidaten der Sozialdemokraten im kommenden Jahr ist eröffnet. Auch wenn die angeblichen Verschwörer Platzek, Steinmeier und Steinbrück alle Berichte über Putschpläne als Unsinn zurückweisen, scheint es doch Sinn zu machen, darüber nachzudenken, ob Kurt Beck noch der richtige Kandidat sein wird. Und wenn die Kandidatenfrage auch kein Thema auf der Sitzung des Parteirates war, so hat sie sich doch in den Hinterköpfen festgefressen.

Auch Genossen, die den Linksschwenk des Vorsitzenden besonders heftig kritisiert haben, bemühen sich inzwischen, die Wogen zu glätten. Es scheint so, als hätten sie selbst einen Schrecken bekommen über die Erregung in dieser Diskussion. Aber sie wird weitergehen, höchstens vorübergehend gedämpft dadurch, dass der, um den es geht, durch Krankheit gehindert ist einzugreifen. Aber irgendwann wird sich Beck selbst erklären müssen. In der Bundestagsfraktion wird er es dabei schwerer haben als in den Parteigremien, in denen die Linken stärker vertreten sind.

Beck ist ein großes Risiko eingegangen. Wenn sich Andrea Ypsilanti zur Wahl stellt mit der Unterstützung Becks und in der sicheren Erwartung, die Stimmen der Abgeordneten der Linkspartei im hessischen Landtag zu bekommen, dann liegt auch Becks Schicksal in Hessen. Becks und Ypsilantis Kurs ist in Hessen umstritten, und die rot-grün-rote Mehrheit ist nicht so groß, dass sie in der Dunkelheit der geheimen Wahl nicht von wenigen Abtrünnigen zunichte gemacht werden könnte. Das wäre nicht nur für Ypsilanti das Ende.