Politik

OECD-Bildungsstudie: "Trend ist nicht ermutigend"

Bis zur "Bildungsrepublik Deutschland" ist es noch ein weiter Weg: Zwar studieren in der Bundesrepublik so viele junge Menschen wie noch nie - aber andere Industriestaaten haben ihre Schulen und Hochschulen noch deutlich besser ausgebaut. Im weltweiten OECD-Bildungsvergleich hinkt Deutschland weiter hinterher, um seinen Bedarf an Fachkräften auch in Zukunft aus eigener Kraft zu decken.

Laut OECD-Studie "Bildung auf einen Blick" verdienen Hochschulabsolventen deutlich mehr als Menschen mit Berufsausbildung, Abitur oder ähnlicher Qualifizierung.
Laut OECD-Studie "Bildung auf einen Blick" verdienen Hochschulabsolventen deutlich mehr als Menschen mit Berufsausbildung, Abitur oder ähnlicher Qualifizierung.(Foto: dpa)

Die Kieler Nachrichten schreiben zu der am Dienstag vorgestellten OECD-Bildungsstudie: "'Deutschland schafft sich ab' ­ mit seiner steilen These hat Skandalautor Thilo Sarrazin eine hitzige Integrationsdebatte losgetreten, die zu einem nicht geringen Teil eine Bildungsdebatte sein müsste". Für das Blatt bestätigt die Analyse auf den ersten Blick die Tendenz, dass Deutschland zurückzufallen drohe. Doch es gebe auch durchaus ermutigende Aussagen: "So hinkt die Akademikerquote zwar immer noch deutlich hinter der anderer Industrieländer her, aber Deutschland hat deutlich zugelegt. Und erstmals erkennt die OECD auch die großen Qualitäten der dualen Berufsausbildung in Deutschland an, die im Ausland ihresgleichen sucht und der deutschen Wirtschaft qualifizierte Arbeitnehmer sichert".

Der Mannheimer Morgen ist weniger positiv gestimmt: "Je mehr junge Menschen sich also für ein Studium entscheiden, umso besser. Doch genau an dieser Stelle hakt es. Zwar nimmt die Zahl der Studienanfänger in Deutschland zu, aber sie ist weitaus niedriger als in vielen anderen Staaten der Welt". Dazu käme, dass jeder dritte Studienanfänger hierzulande am Ende keinen Abschluss schaffe. "Studiengebühren, überfüllte Hörsäle, verschulte und übervolle Lehrpläne schrecken zu viele junge Menschen ab. So gehen Fachkräfte verloren, die in Zukunft in immer größerem Maße fehlen werden."

In der Mittelbayerischen Zeitung ist zu lesen: "Pisa-Test pauken für den Wirtschaftsstandort - eine gruselige Vorstellung. Man kann nur hoffen, dass unser Nachwuchs auch künftig mehr aus seiner (Schul)bildung gewinnt: Fähigkeiten, die jenseits von Pisa-Kompetenzen liegen, beispielsweise". So bleibt denn auch das in Regensburg herausgegebene Blatt vorsichtig: "Der Trend ist nicht ermutigend, an Schulen wird der Spielraum für Musik und Kunst enger; die Geisteswissenschaften haben an Hochschulen keinen leichten Stand. Und hoffentlich bringen wir unsern Kindern auch weiter bei, die Heiligen Kühe unserer Gesellschaft kritisch zu hinterfragen. Bildungsstudien zum Beispiel".

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Quelle: n-tv.de

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