Ratgeber
Video

Neues Jahr : Das ändert sich 2013

Mit dem neuen Jahr gibt es auch wieder jede Menge rechtlicher Änderungen. Positiv daran: Auch wenn beispielsweise die Post die Portokosten für Briefe erhöht, könnte das neue Jahr für Hausbesitzer und Busreisende billiger werden. Wir haben die wichtigsten Änderungen für Sie zusammengefasst.

Hilmar Breuer ist seit 50 Jahren Schornsteinfeger und das aus Leidenschaft. Doch ob er weiterhin allen Hausbesitzern in seinem Kehrbezirk aufs Dach steigen wird, ist fraglich. Denn künftig bekommt er Konkurrenz: die Europäische Union hat das  Schornsteinfeger-Monopol gekippt. Ab Sofort darf frei gefegt werden!

Schornsteinfeger-Monopol gekippt

Und das heißt, auch Betriebe aus dem Sanitär- und Heizungsbereich können die Kamine reinigen und warten. So haben die Hausbesitzer künftig zwar mehr Auswahl, aber auch mehr Pflichten:

Hilmar Breuer, Schornsteinfegermeister: "Sie sind selbst verantwortlich für die Durchführung dieser Arbeiten, sie bekommen von dem Bezirksschornsteinfeger eine Mitteilung, einen Feuerstättenbescheid, in diesem steht dann drin, welche Arbeiten sie zu welchem Zeitpunkt durchführen lassen müssen."

Aus GEZ-Gebühr wird Rundfunkbeitrag

ARD und ZDF wünschen sich künftig mehr Geld. Und das bedeutet: Schwarzsehern geht es an den Kragen! Die GEZ-Gebühr heißt nämlich ab sofort Rundfunkbeitrag. Und den muss dann auch jeder Haushalt bezahlen. Auch wenn gar kein Radio oder Fernseher vorhanden ist. Pro Wohnung sind wie bisher 17 Euro 98 fällig, egal wie viele Personen dort leben. Immerhin: für alle Pärchen oder Studenten-WGs ist diese Neuregelung ein Vorteil! Sie müssen nicht mehr doppelt zahlen.

Aber ganz wichtig: Wer durch das neue Modell entlastet wird, muss die Änderung dem neuen Beitragsservice von ARD und ZDF schriftlich mitteilen.

Porto wird teurer

Die dritte Änderung zum Jahreswechsel betrifft die Briefeschreiber unter uns. Konnten die nämlich ihre Weihnachtspost noch günstig verschicken, müssen sie 2013 für das Briefporto tiefer ins Portmonaie greifen: Die Deutsche Post erhöht nämlich die Preise.

Standardbriefe bis 20 Gramm kosten statt 55 nun 58 Cent und der Maxibrief wird sogar um 20 Cent teurer. Von 2 Euro 20 auf 2 Euro 40.

Wer übrig gebliebene Briefmarken mit altem Porto nutzen will, kann auf der Internetseite der Post Ergänzungsmarken kaufen!

Bus macht Bahn Konkurrenz

Gute Nachrichten für alle Reiselustigen: Die Deutsche Bahn bekommt Konkurrenz. Denn seit 1.Januar heißt es: Freie Fahrt für den Fernbus! Auf allen Strecken, die länger als 50 Kilometer sind, dürfen Busgesellschaften wie MeinFernbus oder Dein Bus nun auch einen regelmäßigen Linienverkehr anbieten. Besonders verlockend ist, dass der Fahrpreis im Vergleich zur Bahn viel günstiger ist.

Ingo Mayr-Kooch, Deinbus.de: "Eine Fahrt zum Beispiel von Frankfurt nach Stuttgart kostet mit Deinbus.de ab 9 Euro und die Deutsche Bahn kostet im Normalfall etwas um die 60 Euro, wenn ich jetzt von Stuttgart nach Frankfurt will oder andersherum."

Vor allem Studenten, aber auch Pendler, die normalerweise mit der Bahn oder dem eigenen Auto unterwegs sind, wollen die Anbieter für sich gewinnen.

Ingo Mayr-Koch, Deinbus.de: "Der Reisebus hat den großen Vorteil, dass er die Menschen von den Autos wegbringt. Viele Menschen fahren, wenn sie günstig fahren wollen, mit dem Mitfahrgelegenheiten, im privaten PKW. Und wenn die jetzt alle in einen Bus umsteigen, dann entlasten wir tatsächlich die Straßen."

Bei so viel Konkurrenz könnte es also tatsächlich sein, dass die Deutsche Bahn in diesem Jahr ihre Tickets endlich einmal nicht erhöht.

Praxisgebühr entfällt

Acht Jahre lang mussten Kassenpatienten beim Arztbesuch 10 Euro Praxisgebühr im Quartal bezahlen. Das ist jetzt vorbei. Die Zuzahlung ist abgeschafft! Und mit dem Ende der Zehn-Euro-Gebühr gab es eine Premiere im Bundestag. Denn bei der Abstimmung waren sich erstmals alle Abgeordneten einig, wie Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse verkündete:

"Abgegebene Stimmen 548, mit Ja haben abgestimmt: 548!" Patienten können nun so häufig, wie sie möchten, und zu beliebig vielen Ärzten gehen. Bislang ging das nur, wenn die Praxisgebühr bei einem Arzt bezahlt war und eine Überweisung vorlag.

Quelle: n-tv.de