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Abzocke im Netz: Vorsicht vor "Fake-Shops"

Geiz ist geil! Doch immer öfter haben Schnäppchenjäger in letzter Zeit das Nachsehen. Zumindest im Internet. Da werden sie nämlich nicht selten von sogenannten "Fake-Shops" abgezockt. Von einem Shop, der Ware anbietet, die es gar nicht gibt. Reiner Schwindel also. Wir zeigen, wie Sie sich vor solchen Scheinverkäufen schützen können.

Zugegeben - Luxus-Labels sind teuer, aber sie wecken Begehrlichkeiten. Kaum einer, der sich frei machen kann vom Reiz, ein Markenprodukt zu besitzen. In der Hoffnung, ein Schnäppchen zu machen, landen viele schließlich im Internet. Denn dort gibt es nicht selten Markenware zu Knallerpreisen.

Preise zu schön, um wahr zu sein

Kameras, Handys, Klamotten und Handtaschen – teilweise um mehr als 70% billiger. Preise zu schön, um wahr zu sein. Doch dahinter stecken meist gefälschte Online-Shops, die mit solch unschlagbaren Angeboten arglose Käufer in die Falle locken, erklärt Hermann-Josef Borjans vom Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK): "Viele Menschen reagieren auf Sonderangebote. Wenn sie also ein Handy kaufen können, was viel, viel günstiger ist, setzt oftmals die Vernunft aus und sie sagen, das möchte ich haben, anstatt für 500 für 300 Euro und ist dann leichtsinnig, wird aber die Ware niemals bekommen."

Genau so ist es dem 16-jährigen Schüler Anno Schulz passiert. Ein iPhone 4s sollte es sein, dafür hatte er 350 Euro gespart. Bei einem Elektroshop im Internet wurde er schnell fündig. Um sicher zu gehen, dass das Angebot seriös war, schrieb er dem Betreiber der Seite vorab sogar eine Email, die auch beantwortet wurde, bevor er das Geld überwies. Doch sämtliche Versuche, den Verkäufer danach noch mal zu erreichen, schlugen fehl. Und die Website des Shops war plötzlich aus dem Netz verschwunden, typisch für Fake-Shops. Seine Mutter stellte Strafanzeige bei der Polizei.

Vorsicht bei Vorkasse

So wie Anno ist es schon Millionen von Internet-Käufern ergangen. Denn Fake-Shops sehen auf den ersten Blick wie echte, seriöse Einkaufsseiten im Netz aus. Sie sind mit Fotos von Waren bestückt, die es in Wirklichkeit gar nicht verkauft werden. Manchmal tarnen sie sich sogar noch mit gefälschten Kundenbewertungen und geklauten Gütesiegeln. Auch wenn sie vorgeben, verschiedene Zahlungsarten zu akzeptieren, ist bei Bestellungen dann aber meistens nur Vorkasse möglich. Das ist schon ein wichtiges Indiz, dass etwas faul ist.

Einen weiteren Hinweis liefert das Impressum. Bei obskuren, ausländischen Adressen oder widersprüchlichen Angaben zum Betreiber heißt es Hände weg vom Online-Kauf. Und besonders dann, wenn das Impressum gleich ganz fehlt.

Schwarze Listen

Auf schwarzen Listen findet man im Netz eine Sammlung auffälliger Fake-Shops. Und wer ganz sicher gehen möchte beim Schnäppchenkauf sollte sich an Vergleichsportalen orientieren. Bei günstiger.de zum Beispiel durchforsten Mitarbeiter täglich das Internet nach Betrügern.

Gütesiegel beachten

Eine weitere Sicherheit bieten Gütesiegel wie Trusted Shops zum Beispiel. Wer bei einem der rund 17.000 dort angeschlossenen Händler einkauft, bekommt auch bei Nicht-Lieferung der Ware garantiert sein Geld zurück, wie Carsten Föhlisch von Trusted Shops erläutert: "Es gibt zwei Fälle: Sie haben schon gezahlt, und bekommen keine Ware oder sie machen von Ihrem Widerrufsrecht Gebrauch, bekommen keine Rückerstattung. Wenn Händler nicht zahlt, dann gibt es das Geld von uns zurück."

Schon 40 Mal ist das Siegel in diesem Jahr von Betrügern kopiert worden. Wer sicher gehen will, dass das Siegel echt und gültig ist, kann das anhand der Internetadresse des Händlers auf der Homepage von Trusted Shops ganz leicht selber überprüfen. Oder aber einfach das Siegel anklicken. Wenn man nicht draufklicken kann, ist das Siegel mit hoher Sicherheit gefälscht.
Anno Schulz hat inzwischen ein Smartphone ergattert, für 120 Euro hat er es einer Freundin abgekauft. Vom Online-Shoppen aber will er so schnell nichts mehr wissen.

Quelle: n-tv.de