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Die Spannung steigt. In zwei Tagen wandelt Königin Beatrix in Oranienbaum auf den Spuren ihrer Ahnen.
Die Spannung steigt. In zwei Tagen wandelt Königin Beatrix in Oranienbaum auf den Spuren ihrer Ahnen.(Foto: dpa)

Auch Gauck beehrt Oranienbaum: Beatrix auf Spuren ihrer Ahnen

Vom Designer-Hühnerstall bis zur Wiege aus dem Königshaus: Rund 160 niederländische Designer und Modeschöpfer zeigen ihre Arbeiten in einer Designschau in Deutschland. Königin Beatrix kommt zur Eröffnung - und wandelt erneut auf den Spuren ihrer Ahnen.

Große Transparente weisen auf die Ausstellung im Schloss Oranienbaum hin.
Große Transparente weisen auf die Ausstellung im Schloss Oranienbaum hin.(Foto: dpa)

In der Kleinstadt Oranienbaum in Sachsen-Anhalt gibt es nur noch ein Thema: Königin Beatrix kommt! Bundespräsident Joachim Gauck wird an ihrer Seite sein, wenn sie am Mittwoch eine große niederländische Design-Schau im Museum Schloss Oranienbaum eröffnen wird. Unter dem Motto "Dutch Design - Huis van Oranje. Exzellentes Handwerk am Hofe" werden rund 400 Exponaten von 160 niederländischen Designern und Modeschöpfern gezeigt, arrangiert mit historischen und teils sehr persönlichen Stücken aus dem Königshaus.

Die Ausstellung anlässlich der Feiern zu 800 Jahre Anhalt soll die Verbindung zwischen dem heutigen Sachsen-Anhalt und den Niederlanden aufzeigen. "Die Verbindung aus exzellentem Kunsthandwerk der Vergangenheit und der heute wieder aufkommenden Hinwendung zu richtig gutem Handwerk im Design, das macht die Ausstellung so einzigartig", meinte Wolfgang Savelsberg von der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, der die Fäden beim Aufbau der Schau mit in den Händen hält.

Außergewöhnliche Stücke

Kleiderpuppe in einem asiatischen Zimmer auf Schloss Oranienbaum.
Kleiderpuppe in einem asiatischen Zimmer auf Schloss Oranienbaum.(Foto: dpa)

Außergewöhnliche Stücke werden bis zum 30. September in 50 Räumen des Schlosses gezeigt: darunter ein überdimensionaler Sessel, eine Installation von Hunderten Vasen, Schmuck, Kleider der Haute Couture, eine Wiege aus dem Königshaus. Im einstigen Vorratskeller des Schlosses steht sogar ein von Designerhand entworfener Hühnerstall.

Schloss Oranienbaum östlich von Dessau gilt als eines von vier europäischen Mutterhäusern der niederländischen Königsfamilie. 2004 war die Monarchin hier schon einmal auf den Spuren ihrer Ahnen gewandelt. Der sonst eher verschlafen wirkende Ort in dem zum Unesco-Welterbe zählenden Dessau-Wörlitzer Gartenreich präsentiert sich Touristen gern als "kleines Stück Holland".

Vorfreude und Besorgnis

Doch angesichts des jüngsten Schicksalsschlages der Königsfamilie mischt sich heute auch Besorgnis unter die Vorfreude der Menschen. "Sie hat es als Mutter wirklich ganz schlimm getroffen", sagt eine Mittfünfzigerin aus Oranienbaum beim Spaziergang durch den Schlosspark. Beatrix' zweitältester Sohn, Prinz Johan Friso, war im Februar beim Skifahren in Österreich von einer Lawine verschüttet worden und liegt seitdem im Koma.

Nur wenige Meter vom Schloss entfernt steht das Wahrzeichen des Ortes, ein Orangenbäumchen. Das Denkmal erinnert an die engen Verbindungen der rund 3300 Einwohner zählenden Stadt zu den Niederlanden. Prinzessin Henriette Catharina von Oranien-Nassau (1637-1708) hatte nach ihrer Hochzeit mit Johann Georg II. von Anhalt Dessau im Jahre 1659 den Ort Nischwitz von ihrem Ehemann geschenkt bekommen.

Aus Geschlecht der Oranier

Henriette zu Ehren wurde der Flecken Erde in Oranienbaum (Orangenbaum) umbenannt - da sie aus dem Geschlecht der Oranier stammte, so wie es bei Königin Beatrix auch der Fall ist. Der Architekt Cornelis Ryckwaert schuf ab 1683 für die Prinzessin ein Ensemble aus Schloss, Park und Stadt nach niederländischem Vorbild, 1708 wurde zudem eine Stadtkirche in Oranienbaum gebaut. Das historische Stadtbild ist bis heute erhalten geblieben.

Ab 1693 wurde das Ensemble als Witwensitz ausgebaut. Heute gilt das Schloss als "ein kleines Stück Holland" in Sachsen-Anhalt.

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Quelle: n-tv.de