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Zu schlechtes Wetter für Ausländer?: China untersagt Reisen nach Tibet

Unmittelbar vor dem Jahrestag des Aufstands in Tibet gegen die chinesische Herrschaft haben die Sicherheitsbehörden Reisen von Touristen in die Region untersagt - für den gesamten März gibt es für Ausländer "keine Besuchsgenehmigung für Tibet". Ob das auch für April gelten wird, ist noch unklar.

Eine Vertreterin der tibetischen Provinzdelegation beim chinesischen Volkskongress in Peking.
Eine Vertreterin der tibetischen Provinzdelegation beim chinesischen Volkskongress in Peking.(Foto: REUTERS)

Aus Angst vor Protesten am dritten Jahrestag der blutigen Unruhen in Tibet haben die chinesischen Behörden die Provinz für ausländische Besucher geschlossen. "Die Tourismusbehörde vergibt an Ausländer im März keine Besuchsgenehmigung für Tibet", erklärte ein Mitarbeiter der Xizang Reiseagentur in der tibetischen Hauptstadt Lhasa. Ob Touristen im April wieder in die Provinz reisen dürfen, sei noch unklar. Mehrere andere Reiseagenturen bestätigten, dass ein Besuch im März nicht erlaubt sei.

"Schlechtes Wetter"

Das Verbot sei wegen "schlechter Wetterbedingungen, begrenzter Unterkunftskapazitäten und aus Sicherheitsbedenken" ergangen, teilte die offizielle Nachrichtenagentur Agentur Xinhua mit. Am Donnerstag ist der 52. Jahrestag des tibetischen Aufstandes von 1959.

Padma Choling, der chinesische Gouverneur in Tibet, ist gebürtiger Tibeter, und war 17 Jahre lang Offizier in der Volksbefreiungsarmee Chinas.
Padma Choling, der chinesische Gouverneur in Tibet, ist gebürtiger Tibeter, und war 17 Jahre lang Offizier in der Volksbefreiungsarmee Chinas.(Foto: REUTERS)

China schränkt regelmäßig den Zugang zu der Gebirgsregion ein, die 1951 gewaltsam in die Volksrepublik eingegliedert wurde. Besucher der Provinz im Südwesten des Landes benötigen neben dem regulären chinesischen Visum eine spezielle Genehmigung. Zudem dürfen sie sich nur in organisierten Gruppen unter Aufsicht eines Reiseleiters bewegen.

Nachdem im März 2008 in Tibet Proteste gegen die Regierung blutig niedergeschlagen worden waren, wurde die Provinz mehr als ein Jahr für Ausländer gesperrt.  An diesem Tag sind nach offiziellen Angaben 21 Menschen ums Leben gekommen. Oppositionelle sprachen von mehr als 200 Toten.

Der Dalai Lama, der religiöse Führer der Tibeter, wird am Donnerstag voraussichtlich in seinem indischen Exil eine Erklärung abgeben. Weltweit sind Proteste gegen die chinesische Herrschaft in Tibet geplant. Peking fürchtet insbesondere Demonstrationen und Kundgebungen, die von den Volksaufständen in der arabischen Welt gestärkt sein könnten.

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Quelle: n-tv.de