Reise
Florenz testet ein Wasser-Experiment.
Florenz testet ein Wasser-Experiment.(Foto: imago stock&people)
Dienstag, 13. Juni 2017

Wenn Touristen Ärger machen: Italien geht gegen Urlaubermassen vor

Italien ist derzeit als Urlaubsland so beliebt wie selten zuvor. Die Behörden und Touristenorte kämpfen auch mit den negativen Folgen, die der Tourismus mit sich bringt. Ob in Venedig, Rom oder an der Adria - die Behörden schreiten ein.

Italien bietet mit seinen wunderschönen Großstädten und kleinen Dörfern etliche Anziehungspunkte für Touristen - aber genau dieser Segen ist für die Italiener gleichzeitig ein Fluch: Die Touristen benehmen sich nicht immer angemessen und die schiere Masse lässt manche Stadt ächzen.

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5,62 Millionen Deutsche reisten 2016 nach Italien; die Zahlen steigen seit Jahren an. Weltweit gesehen rangiert Italien bei den beliebtesten Reisezielen nach Anzahl der Besucher im Jahr 2016 auf Rang fünf - mit einer Besucherzahl von insgesamt etwa 52,6 Millionen Besucher. Zum Vergleich: Spanien hat 75,3 Millionen und Deutschland 35,5 Millionen Besucher. Weil bei so vielen Besuchern einige auch mal negativ auffallen, sehen sich viele örtliche Behörden gezwungen, einzuschreiten und beispielsweise hohe Strafen zu verhängen.

"Schönheit muss respektiert werden"

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Wer beispielsweise Roms historischem Trevi-Brunnen zu nahe kommt, muss künftig tief in die Tasche greifen. Strafen in Höhe von 40 bis 240 Euro können verhängt werden, wenn am Brunnen gepicknickt wird, Kleidung oder Tiere darin gewaschen oder in ihm gebadet wird. "Die Schönheit von Rom muss von allen respektiert werden", sagte die Bürgermeisterin der italienischen Hauptstadt, Virginia Raggi.

In den vergangenen Wochen gab es immer wieder Berichte über Menschen, die im Trevi-Brunnen oder der Fontana della Barcaccia vor der Spanischen Treppe badeten oder an ihnen hochkletterten. Das nun verabschiedete Dekret ist bis Ende Oktober gültig. Im April hatte sich auch eine deutsche Touristin in den Trevi-Brunnen gestellt und musste daraufhin eine Strafe von 450 Euro bezahlen.

Wasser gegen picknickende Touristen

Auch Florenz testet nun ein neues "Experiment": Die Stadt will an einigen Plätzen mit Wasser gegen die Touristenmassen vorgehen. So sollen versuchsweise die Treppen und Plätze vor einigen Kirchen im Zentrum zur Mittagszeit bespritzt werden, um sie zu reinigen und Touristen vom Picknick abzuhalten.

Es gehe nicht darum, dass Besucher sich nicht kurz niederlassen und ausruhen könnten, erklärte Bürgermeister Dario Nardella. Es solle viel mehr verhindert werden, dass die Leute dort essen und trinken. "Wir haben die Pflicht dafür zu sorgen, dass man die Schönheit unserer Stadt respektiert." 

Zu viele Kreuzfahrtschiffe vor Venedig

In einer anderen Stadt ist der Andrang noch massiver: Venedig will sich der Besuchermassen erwehren. In der Lagunenstadt sorgen regelmäßig neue Ideen wie eine Sperre für den Markusplatz für Aufsehen.

Sowieso ist die Stimmung in Venedig besonders angespannt, da sich viele Millionen Gäste durch die kleine Stadt zwängen. Besonders aufgrund der vielen Kreuzfahrtschiffe wird das Problem immer größer. Bislang gab es schon Demonstrationen von Anwohnern. Für Italien sind die Touristenmassen Einnahmequelle und Ärgernis in einem. 

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Quelle: n-tv.de

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