Freitag, 10. April 2009
Das einsamste Eiland der Welt: Leben und feiern auf der Osterinsel
Ostern ist überall - auch in vielen Ortsnamen. In Deutschland gibt es zum Beispiel Osterzell, Osterried, Osterreuthen - oder auch schlicht Ostern. Ganz auf der anderen Seite der Erdkugel liegen vor Australien die Osterinseln. Am berühmtesten aber ist die Osterinsel im Pazifik - das einsamste Eiland der Welt, bekannt durch seine geheimnisvollen dunklen Steinskulpturen. Ostern 1722 wurde es von Holländern entdeckt und erhielt seinen Namen.
Steinstatuen (Moais) am Ahu Tongariki auf der Osterinsel.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
"Fast 90 Prozent der Leute hier sind katholisch", berichtet die gebürtige Deutsche Conny Martin am Telefon. Fast 20 Jahre lebt sie auf der Insel und betreibt dort ein Reisebüro. "Die Kirche ist zu Ostern proppenvoll." Gefeiert wird ursprünglicher als in Europa, sagt sie. "Das ist hier nicht so kommerziell. Zwar gibt es in den Geschäften auch Schokoladenosterhasen. Aber im Vordergrund steht die christliche Bedeutung des Festes."
Täglich neue Gäste
Sie selbst allerdings muss Ostern arbeiten. "Täglich kommen am Flughafen neue Gäste an", sagt sie. "Und um die müssen wir uns kümmern. "Ungefähr 40 deutschsprachige Menschen leben hier ständig auf der Insel", berichtet der 60 Jahre alte Josef W. Schmid. Seit ungefähr 18 Jahren lebt der Schweizer aus Luzern auf dem Eiland, das politisch zu Chile gehört. "In Luzern war es mir oft zu neblig und im Winter zu kalt", sagt er. Schmid, der als Fremdenführer arbeitet, kennt die Insel wie seine Westentasche. Sie ist 24 Kilometer lang und misst an der breitesten Stelle 13 Kilometer. Für etliche Einheimische spielt Ostern nach seinen Worten allerdings keine Rolle: "Etliche gehören kleineren Religionsgemeinschaften an, die Ostern nicht feiern", erklärt Schmid.
Fremdenführer Josef W. Schmid auf der Osterinsel (undatiertes Privatfoto).
"Ich selbst werde mit meiner Frau, die von der Insel stammt, den Kindern und Verwandten zusammen sein. Da gibt es natürlich auch Eier und Schokoladenhasen", verrät er. Lieber genießt er aber die Sonnenseiten der Insel. Und die gibt es reichlich: "Das Klima ist subtropisch und das ganze Jahr über ausgeglichen", erzählt der Schweizer. "Es ist nie zu kalt und nie zu heiß. Wir haben 2500 Sonnenstunden pro Jahr - das sind rund sieben Stunden pro Tag." Regen fällt nach der Statistik überwiegend im Mai. "Im Augenblick regnet es leider auch jetzt im April recht kräftig", erzählt Conny Martin.
Reiseziel für Reiche
Einige zehntausend Touristen kommen jedes Jahr auf die Insel, die gut 3700 Kilometer von Chile entfernt liegt. "Aber wir haben bisher selten erlebt, dass jemand speziell zu Ostern auf die Osterinsel will", sagt Antje Brautmeier, Chile-Expertin bei dem auf Lateinamerika spezialisierten Reiseveranstalter "America Andina" in Münster. Die einsam gelegene Osterinsel sei ein "Reiseziel für Reichere". Der Flug von Santiago de Chile kostet nach ihren Worten etwa 700 bis 1000 Euro. Die gehobene Klientel muss sich auf der Insel im Hauptort Hanga Roa mit Mittelklassehotels zufriedengeben. Luxusherbergen gibt es nicht. Dafür bietet die Insel aber Ruhe, das Gefühl der Einsamkeit, weiße Sandstrände und Palmen. Die Vegetation ist jedoch insgesamt wenig üppig, weil es sich um eine Vulkaninsel handelt.
Gregor Tholl und Wolfgang Duveneck, dpa
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