Reise
(Foto: n-tv.de / stepmap.de)
Samstag, 01. Juli 2017

In zwei Stunden an den Atlantik: Paris rückt näher an Bordeaux heran

Zwei neue Hochgeschwindigkeitsstrecken eröffnen Bahnreisenden in Frankreich neue Möglichkeiten: Ab Sonntag rasen TGV-Schnellzüge unter neuem Namen von Paris aus nach Rennes in der Bretagne und in die Weinmetropole Bordeaux.

In Frankreich hat der staatseigene Bahnkonzern SNCF neue Schnellstrecken von Paris nach Bordeaux sowie von Paris nach Rennes eingeweiht. Als Ehrengäste an Bord des Zuges von Paris nach Bordeaux waren am Morgen der französische Umweltminister Nicolas Hulot sowie die Transportministerin Elisabeth Borne. Die Fahrtzeit im TGV-Hochgeschwindigkeitszug von der französischen Hauptstadt nach Bordeaux am Atlantik wird von 3:14 Stunden auf 2:04 Stunden verkürzt. Auch in die Bretagne geht es deutlich schneller.

Zum Vergleich: Durch die Eröffnung der neuen Schnellfahrstrecken kommen Reisende künftig schneller von der deutsch-französischen Grenze bis in die Atlantikregion (reine Fahrzeit ab Saarbrücken bis Bordeaux, ohne Umsteigen: 3 Stunden 54 Minuten) als sie derzeit noch mit der Bahn von Berlin nach Köln (reine Fahrzeit mit dem ICE: 4 Stunden, 34 Minuten) benötigen. Von Berlin bis Saarbrücken dauerte eine Bahnfahrt derzeit, inklusive Umsteigen, sogar mehr als sieben volle Stunden.

Der Geschwindigkeitsvorteil im französischen Hochgeschwindigkeitsnetz ergibt sich Branchenkennern zufolge auch aus den fehlenden Zwischenhalten. Denn rein geografisch müssen die TGVs ähnliche Distanzen überwinden wie die ICEs der Deutschen Bahn: Bordeaux liegt rund 500 Kilometer südwestlich von Paris. Von Paris bis Rennes sind es gut 300 Kilometer. Die Distanz zwischen Köln und Berlin beträgt in der Luftlinie etwa 470 Kilometer, von Saarbrücken bis Paris sind es etwa 210 Kilometer, von Berlin bis nach Saarbrücken 570 Kilometer.

Erst Staatsakt, dann Infrastruktur

Für die Strecke von Paris nach Rennes, die am Nachmittag von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eingeweiht werden soll, müssen Reisende künftig statt etwas mehr als 2 Stunden sogar nur noch 1:25 Stunden Fahrtzeit einplanen. Macron reist für die Eröffnungsfeierlichkeiten eigens aus Straßburg an, wo er gegen Mittag noch am europäischen Staatsakt für Altbundeskanzler Helmut Kohl teilnimmt.

Der reguläre Betrieb auf den neuen Schnellstrecken beginnt am Sonntag. Damit startet die SNCF auch eine neue Markenstrategie: Ihre klassischen TGV-Verbindungen sollen künftig unter dem Namen "InOui" vermarktet werden. Damit will der Bahnkonzern das Angebot besser von seiner Low-Cost-TGV-Marke "OuiGo" abgrenzen und zudem mit besserem Service punkten.

Quelle: n-tv.de

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