"Der Teufel los"Riesenandrang im Harz
Das Winterwetter hat den Harzer Skigebieten zum Jahreswechsel einen Riesenandrang von Touristen beschert. Auf den Rodelbahnen und Skipisten tummelten sich Tausende und die Gemeinden mussten Ordner einsetzen, um die Flut der anreisenden Ausflügler zu kanalisieren.
"Bei uns ist im Augenblick der Teufel los", sagte der Polizeisprecher in Bad Lauterberg am Sonntag. Oberhalb von 500 Metern war kaum noch ein Parkplatz zu finden. Auf den Hochharzstraßen sei jeweils eine der drei Fahrspuren gesperrt worden, um zusätzlichen Parkraum zu schaffen, weil alle Parkplätze belegt waren.
Die Seilbahn auf dem Wurmberg war teils so überfüllt, dass vom Mittag an keine Tages- oder Mehrtageskarten mehr verkauft wurden. "Nur so haben alle eine Chance, mal auf den Berg zu kommen", sagte ein Sprecher der Seilbahn. Die Betreiber rieten, auch auf andere Ski- und Rodelgebiete im Harz auszuweichen. Auch hier waren Notparkplätze eingerichtet worden. Am Sonntag hatte sich die Lage wieder normalisiert.
Abfahrt trotz Nebel
In der Nacht zum Sonntag war wie in der Nacht zuvor im Oberharz nur sehr wenig Neuschnee gefallen, aber das hatte ausgereicht, um die ausgefahrenen Bahnen auf dem 60 Zentimeter bis zu einem Meter hohen Schnee durch eine Neuschneedecke wieder zu präparieren. Am Samstag hatte selbst der zum Teil dichte Nebel nur wenige abgehalten, das neue Jahr mit einer rasanten Abfahrt zu beginnen. "Schon kurz nach den Weihnachtstagen hatten sich die Quartiere im Harz wieder gefüllt", berichtete die Sprecherin des Harzer Tourismusverbandes, Miriam Fuchs.
Freude bereiten den Tourismusmanagern und Beherbergungsunternehmen die Wetteraussichten. Zwar tropfte am Sonntag bei geringen Plustemperaturen in Goslar schon das Wasser von den Dächern und auch in den Skigebieten lagen die Temperaturen nur wenig unter Null Grad. "Aber wenn die Meteorologen Recht behalten, soll es ja in den nächsten Tagen wieder kälter werden", sagte Fuchs.
Das Wandern sei in einigen Bereichen noch eingeschränkt, weil schneebedeckte und teilweise vereiste Äste von den Bäumen plötzlich abbrechen oder ganze Bäume umstürzen könnten, hatte Friedhart Knolle vom Nationalpark Harz schon vorher gewarnt. Der Pressesprecher der Polizei Goslar, Sascha Göritz, gab den Rat: "Wenn man sich zu Wanderungen aufmacht, sollte man einem Angehörigen oder Bekannten mitteilen, welchen Weg man gehen möchte, damit die Polizei bei Suchaktionen Ansätze hat. Mehrfach haben sich in den vergangenen Tagen Leute verirrt."