Montag, 14. Juni 2010
Jährlich weltweit 50.000 Todesfälle: Tollwut-Gefahr auf Reisen
Tollwut gibt es noch in mehr als 100 Ländern, jährlich sind weltweit 50.000 Todesfälle dadurch zu bedauern. In Deutschland ist zwar seit 2008 keine Tollwutkrankheit mehr vorgekommen, aber auf Reisen ist die Gefahr einer Infektion immer noch groß. Wie kann man sie vermeiden?
in Mitteleuropa überträgt auch der Rotfuchs die Tollwut.
(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)
In Deutschland ist seit 2008 keine Tollwutkrankheit mehr vorgekommen - doch gerade auf Reisen ist die Gefahr immer noch groß, dass man sich selbst oder dass sich das eigene Haustier mit Tollwut infiziert.
"Tollwut gibt es noch in mehr als 100 Ländern, jährlich gibt es weltweit 50.000 Todesfälle", betonte Markus Schick, Vizepräsident des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Es bestehe ein Risiko, sich auf einer Urlaubsreise mit Tollwut anzustecken oder den Erreger einzuschleppen.
Kontakt vermeiden
Deshalb rät der Tiermediziner vom dem in Erlangen ansässigen Landesamt zu vorbeugenden Maßnahmen: In Ländern wie der Türkei solle ebenso wie in Rumänien, Kroatien oder in Italien der Kontakt mit streunenden Hunden und Katzen unbedingt vermieden werden. "Man kann ja nicht erkennen, ob ein Tier infiziert ist oder nicht. Und man kann gebissen oder gekratzt werden." Auch der Kontakt zu Wildtieren - gerade auch auf fernen Kontinenten wie Asien oder Afrika - solle unterbleiben. Eine vorsorgliche Impfung sei empfehlenswert, wenn man plant, sich am Urlaubsort häufig in der freien Natur zu bewegen. Sei man von einem Tier gebissen worden, sei auch eine nachträgliche, sogenannte postexpositionelle Impfung noch möglich.
Die Einfuhr von Tieren sollte ebenfalls tabu sein: "Das ist ein Stück Unvernunft und falsch verstandene Tierliebe, wenn man ein Tier aus dem Ausland mitbringt, denn es könnte infiziert sein", sagte Schick. Wenn das eigene Haustier mit auf Reisen geht, rät der Experte dringend zu einer Impfung.
Tollwut ist eine tödlich verlaufende Infektionskrankheit. Der Mensch kann sich durch Bissverletzungen durch Tiere, die das Virus in sich tragen, infizieren. Meist wird die Krankheit nach LGL-Angaben von Hunden, Katzen und in Einzelfällen auch von Fledermäusen übertragen. Auch der Rotfuchs übertrage in Mitteleuropa die Krankheit.
dpa
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