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Die Fans gehen auf die Barrikaden: Donald Sterling soll weg.
Die Fans gehen auf die Barrikaden: Donald Sterling soll weg.(Foto: AP)

Buschi über Rassismus in der NBA: Mit Verlaub, Donald Sterling ist ein Idiot!

Von Frank Buschmann

Donald Sterling ist ein Rassist. Der Besitzer der Los Angeles Clippers will nicht, dass sich Afroamerikaner die Basketballspiele seines Teams in der NBA ansehen. Die Liga reagiert und sperrt ihn lebenslänglich. Dafür von mir ein fettes Bravo!

In der vergangenen Woche hat es in den USA einen Fall gegeben, der sogar mich für eine Weile sprachlos gemacht hat. Ein Mann namens Donald Sterling sagte seiner Freundin, sie solle doch in Zukunft keine Afroamerikaner mehr mit zu "seinen" Basketballspielen in die Halle bringen. Außerdem solle sie sich nicht mehr mit Farbigen fotografieren lassen. Das ist an sich schon ein bodenloser Unsinn, nein, eine absolute Frechheit! Nun ist Donald Sterling aber auch noch Besitzer einer US-amerikanischen Profibasketballmannschaft, der Los Angeles Clippers, die in der NBA spielen. Sein Trainer heißt Doc Rivers, seine Superstars sind Chris Paul, Blake Griffin und Deandre Jordan. Diese Herren haben eins gemein - sie sind Farbige.

Was zum Teufel hat Sterling geritten, so einen Mist von sich zu geben? Schon zuvor war der steinreiche Besitzer der Clippers durch rassistische Andeutungen aufgefallen. Jetzt aber war es an der Liga, ein deutliches Zeichen zu setzen und den Mann in die Schranken zu weisen. Das hat sie getan, die Verantwortlichen haben ihn mit einer lebenslangen Sperre belegt. NBA-Commissioner Adam Silver nannte die Äußerungen Sterlings "extrem beleidigend und verletzend". Und: "Dass diese Aussagen von einem NBA-Klubbesitzer kommen, erhöht den Schaden und meine persönliche Wut noch mehr." Da hat der neue Boss eine klare Stellungnahme abgegeben. Dafür von mir ein fettes Bravo! Nun will die NBA Sterling auch dazu drängen, seinen Klub zu verkaufen. Zwingen kann sie ihn nicht.

Die Liga hat ein Saubermann-Image, dieses hätte bei ausbleibender Reaktion einen deutlichen Kratzer bekommen. Die Spieler der Los Angeles Clippers befinden sich gerade in den Playoffs gegen Golden State. Das ist ohnehin nicht einfach, aber dann noch dieser Unsinn ihres Chefs? Die Mannschaft hat reagiert und in Spiel vier der Serie die Trainingsjacken vor dem Spiel demonstrativ zu Boden geworfen und sich in Shirts ohne Vereinsemblem warmgemacht. Ein deutliches, ein richtiges Zeichen auf die Äußerungen von Donald Sterling. Das fünfte Spiel übrigens gewannen die Clippers, führen nun mit 3:2 und benötigen noch einen Sieg, um ins Viertelfinale einzuziehen.

Viele prominente Basketballer wie Magic Johnson, Michael Jordan, aber auch Dirk Nowitzki reagierten fassungslos auf den verbalen Fehltritt des Clippers-Besitzers. Gleiches gilt für US Präsident Barack Obama. Die Solidarität der Basketballfamilie ist riesig und beeindruckend. Bleibt die Frage, ob das bei Sterling Wirkung zeigt. Rassismus hat in der NBA nichts zu suchen, Rassismus hat nirgendwo etwas zu suchen. Donald Sterling hat sehr viel Geld, für mich aber ist er ein armer Mann. Mit Verlaub, Donald Sterling ist ein Idiot!

Euer Buschi

Quelle: n-tv.de

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