Wirtschaft
(Foto: imago/Christine Roth)

Mehr Lohn, niedrige Inflation: 2015 brachte dickes Kaufkraft-Plus

Die Deutschen haben im laufenden Jahr deutlich mehr im Portemonnaie als 2014. Die Kaufkraft ist so stark gestiegen wie seit 1992 nicht mehr. Die Zahlen zeigen, welche Branche besonders lukrativ ist.

Deutschlands Verbraucher können sich über die höchste Kaufkraftsteigerung seit 1992 freuen. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres lagen die Reallöhne um durchschnittlich 2,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraumes, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Sollte sich die Entwicklung fortsetzen - wovon auszugehen ist -, dürfte der bisherige Rekord aus dem vergangenen Jahr übertroffen werden.

Bedingt durch die niedrige Inflation und eine gute Lohnentwicklung lag der sogenannte Reallohnindex des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2014 bei 1,7 Prozent. Nach der Wiedervereinigung hatte der Index einzig 1992 mit 4,9 Prozent höher gelegen - allerdings sind die Werte nicht eins zu eins vergleichbar, da die Statistiker seit 2007 eine andere Messmethode verwenden.

Die Löhne stiegen laut Statistik in den ersten neun Monaten dieses Jahres kräftig: um durchschnittlich 2,8 Prozent. Die Verbraucherpreise dagegen kletterten nur minimal um 0,2 Prozent nach oben. Real blieb somit ein Plus von 2,6 Prozent in der Tasche - durch genaues Rechnen und Rundungen kommen die Statistiker auf 2,5 Prozent.

Besonders kräftig wuchsen laut Statistik die Bruttolöhne bei Beschäftigten mit eher unterdurchschnittlichen Gehältern: Bei ungelernten Arbeitnehmern stieg der Bruttolohn im dritten Quartal 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum im Schnitt um 3,9 Prozent - über alle Beschäftigungsklassen hinweg stieg der Bruttolohn dagegen nur um 2,6 Prozent. In welchem Maße der gesetzliche Mindestlohn für diese Entwicklung verantwortlich ist, lässt sich laut Statistischem Bundesamt aber nicht genau beziffern.

Der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst eines Vollzeitbeschäftigten ohne Sonderzahlungen lag laut Statistik im dritten Quartal dieses Jahr bei 3624 Euro. Es gibt aber große Unterschiede je nach Branche: Während Beschäftigte in der Energieversorgung monatlich 4867 Euro brutto verdienten, lag der Durchschnittsverdienst in der Gastronomie bei 2178 Euro.

Mit dem Nominallohnindex erfasst das Statistische Bundesamt die Veränderungen der Bruttomonatsverdienste von Arbeitnehmern. Der Reallohnindex stellt die Veränderung der Verdienste der Inflation gegenüber und liefert somit Erkenntnisse über die tatsächliche Kaufkraft der Beschäftigten.

Quelle: n-tv.de

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