Wirtschaft

Liveticker zu Griechenland: +++ 23:36 Verhandlungen unterbrochen +++

EU-Ratspräsident Donald Tusk hat die Beratungen in großer Runde beim Gipfel in Brüssel zum zweiten Male unterbrochen. Das teilte sein Sprecher Preben Aamann mit. Die Pause soll dem Vernehmen nach etwa eine Stunde dauern. Bei der ersten Unterbrechung hatten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel, Griechenlands Premier Alexis Tsipras, Frankreichs Präsident Francois Hollande, Donald Tusk und der griechische Finanzminister Euklides Tsakalotos in kleiner Runde getroffen.

++ 23:27 "Das ist ein Staatsstreich" +++
Auf Twitter ist das derzeit beliebteste Hashtag: #thisisacoup. ("Das ist ein Staatsstreich"). Nutzer drücken damit ihren Ärger über die Ereignisse in Brüssel aus. Sie finden die Forderungen der Eurogruppe in Sachen Griechenland überzogen.

+++ 22:48 "Was spielt Deutschland?" +++
In der ausländischen Presse wird die Bundesregierung für ihre Haltung beim Gipfeltreffen in Brüssel häufig kritisiert. Stellvertretend sei die linksliberale "Libération" aus Frankreich genannt. Sie fragt auf der morgigen Titelseite: "Was spielt Deutschland?"

Der "Guardian" titelt: "Europa nimmt an Tsipras Rache".

 

+++ 22:40 Griechen kritisieren Vorschläge +++
Bei der griechischen Seite stoßen die von der Eurozone vorgelegten Maßnahmen auf Kritik. Die Vorschläge seien "sehr schlecht", hieß es in Brüssel, wo die Staats- und Regierungschefs der Währungsunion verhandeln. Trotzdem wolle Athen "Lösungen finden". Der Gipfel in Brüssel entscheidet, ob neue Verhandlungen über ein drittes Rettungspaket gestartet werden. Die Gläubiger verlangen, dass die griechische Regierung in Vorleistung geht und bis Mittwoch entsprechende Gesetze verabschiedet.

+++ 22:22"Bild": IWF fordert Technokraten-Minister +++
Der Internationale Währungsfonds (IWF) strebt der "Bild"-Zeitung zufolge eine Technokraten-Regierung für Griechenland an. "Wir glauben nicht daran, dass Syriza die Reformen umsetzen kann. Wir vertrauen ihnen nicht", wird ein IWF-Vertreter zitiert. Deshalb sollten vorübergehend auch Parteilose Minister in der Regierung werden.

+++ 22:04 "Sie wollen uns zerstören" +++
Der Koalitionspartner des Syriza-Bündnisses von Alexis Tsipras hält wenig von den Vorschlägen der Eurogruppe. "Es ist klar, dass sie uns zerstören wollen. Genug", twittert der Vorsitzende der "Unabhängigen Griechen", Verteidigungsminister Panos Kammenos.

+++ 21:57 Euro gibt nach +++
Der Euro büßt im Handel in Fernost zum Dollar ein. Die Gemeinschaftswährung verliert ein halbes Prozent und tendiert bei 1,1099 Dollar.

+++ 21:12 Gauck verteidigt Merkel +++
Bundespräsident Joachim Gauck hat den Kurs von Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble in der Debatte über neue Griechenland-Hilfen verteidigt. Es gehe der Kanzlerin nicht "um irgendeinen Sieg", sondern darum, eine Situation zu beenden, "wo Regeln ganz offenkundig über viele Jahre entweder missachtet oder nicht ausreichend kontrolliert" wurden, sagte Gauck dem ZDF. Der Bundespräsident plädierte zugleich für einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone. Bei der Lösung der Krise wünsche er sich sehr viel guten Willen und sehr viel Fantasie.

+++ 21:02 Schäuble spricht mit Tsakalotos +++
Der griechische Finanzminister Tsakalotos trifft zur Stunde seine Amtskollegen aus Deutschland und Frankreich, Schäuble und Sapin. Das berichtet die griechische Zeitung "Kathimerini".

+++ 20:26 Regierungsvertreter: "Mentales Waterboarding" +++
Das Gespräch von Premier Alexis Tsipras mit Kanzlerin Angela Merkel und Staatspräsident Francois Hollande erinnere an "mentales Waterboarding", zitiert der britische "Guardian" einen "hohen Regierungsvertreter." Wer das sei, sagte der Brüsseler Korrespondent der Zeitung, Ian Traynor, allerdings nicht. Entweder setze Griechenland noch in der kommenden Woche Reformen um, sei Tsipras gesagt worden. Andernfalls werde das Land die Eurozone verlassen und erleben müssen, wie seine Banken zusammenbrechen.

+++ 20:05 Gipfeltreffen geht in zweite Runde +++
Beim Gipfel in Brüssel wird wieder in großer Runde verhandelt. Der Sprecher der zyprischen Regierung, Nikos Christodoulides, veröffentlichte zwischendurch die heutige Sitzordnung:

 

+++ 19:47 Proteste in Athen +++
Mehrere hundert linksgerichtete Demonstranten demonstrieren in Athen gegen eine Fortsetzung der Sparpolitik. Sie forderten die Regierung auf, die griechischen Schulden nicht zurückzuzahlen.

 

+++ 19:41 Athen soll Vermögen an Fonds übertragen +++
Die Finanzminister die Eurozone haben den Staats- und Regierungschefs vorgeschlagen, dass Athen einen Fonds zur Bedienung der Schulden einrichtet. Die Regierung soll demnach Vermögenswerte an diesen Treuhandfonds übertragen, der sie verkaufen und damit Schulden abtragen helfen soll. Die mögliche Größenordnung der Vermögenswerte wird in dem Papier mit 50 Milliarden Euro beziffert.

+++ 19:17 Linkspartei ist "entsetzt" +++
Die Linkspartei hat die von der Bundesregierung ins Spiel gebrachte Option eines zeitweisen Ausstiegs Griechenlands aus der Eurozone kritisiert. "Ich bin entsetzt und fassungslos über das Verhalten von Bundesfinanzminister Schäuble. Er entwickelt sich gerade zum Totengräber der Eurozone, und Frau Merkel schweigt dazu", so Linkspartei-Chef Bernd Riexinger.

+++ 18:52 Euro-Aus auf Zeit bleibt Option +++
Der deutsche Vorschlag für einen befristeten Austritt Griechenlands aus der Währungsunion ist in die Empfehlungen der Eurogruppe für den Sondergipfel aufgenommen worden - allerdings nur als Option in eckigen Klammern. "Falls keine Einigung erreicht werden konnte, sollten Griechenland rasche Verhandlungen über eine Auszeit von der Eurozone angeboten werden, mit einer möglichen Umstrukturierung von Schulden", heißt es ganz am Ende des Texts. Die Passage sei "am Ende als strittig hereingekommen", sagte ein EU-Diplomat.

+++ 18:28 Merkel trifft Tsipras +++
Griechenlands Premier Alexis Tsipras trifft in der Sitzungspause mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Francois Hollande und EU-Ratspräsident Donald Tusk zusammen. Auch der griechische Finanzminister Euklides Tsakalotos ist dabei.

 

+++ 18:07 Sitzung unterbrochen +++
Die Verhandlungen der Staats- und Regierungschefs sind unterbrochen. Es müssten nun die Berater konsultiert werden, twitterte der Premierminister Maltas, Joseph Muscat. Das vorliegende Dokument der Eurogruppe sei ein "signifikanter Schritt." Der Sprecher der zyprischen Regierung, Nikos Christodoulides, kündigte eine lange Pause an.

+++ 18:04 Griechenland braucht bis zu 86 Mrd Euro +++
Griechenland habe in den kommenden drei Jahren einen Finanzierungsbedarf zwischen 82 und 86 Milliarden Euro. Zu dieser Einschätzung kommen die Finanzminister der Eurozone. Die Gruppe schließt einen Schuldenschnitt aus, spricht aber von Erleichterungen. Möglich sei beispielsweise, dass die Fälligkeit von Schulden nach hinten verschoben werde, heißt es in dem Papier. 

+++ 17:24 Krugman spricht von "Kapitulation"
Aus Sicht von Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman hat Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras kapituliert. Doch das reiche Deutschland nicht aus, schreibt der Ökonom in der "New York Times". Ziel sei ein Regierungswechsel und die absolute Demütigung. Zugleich wirft Krugman der griechischen Regierung "Nutzlosigkeit" vor. Ein Grexit sei zwar fürchterlich - aber besser als der "destruktive Plan", über den derzeit diskutiert werde.

+++ 16:49 "Aktuell ist Grexit vom Tisch" +++
Derzeit sieht es nach Einschätzung des österreichischen Finanzminister Hans Jörg Schelling nicht danach aus, als werde Griechenland den Euro verlassen. "Aktuell ist der Grexit vom Tisch", sagte der Minister. Allerdings müsste das griechische Parlament bereits morgen Gesetze beschließen, um die geforderten Maßnahmen auf den Weg zu bringen.

Der finnische Finanzminister Alexander Stubb sagte, die Finanzminister hätten "viele Fortschritte gemacht". Es liege nun "ein sehr guter Vorschlag auf dem Tisch", der mit "weitreichenden Bedingungen" für die weitere finanzielle Unterstützung Griechenlands versehen sei. Dazu gehörten "harte Bedingungen" mit Blick auf die Arbeitsmarkt- und Rentenreform sowie Steuererhöhungen, so Stubb. Darüber hinaus verlangten die Euroländer auch "harte Maßnahmen bei Privatisierungen". "Am wichtigsten" sei aber, dass "das gesamte Paket" nicht nur von der griechischen Regierung, sondern auch vom griechischen Parlament gebilligt werden müsse, bevor es Verhandlungen mit dem Rettungsfonds ESM über ein neues Hilfspaket geben könne.

Und so sieht es aus, wenn über die Zukunft der Eurozone entschieden wird:

 

+++ 16:37 "Es gibt nur ein Ziel" +++
Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy äußert sich vor den Gipfeltreffen in Griechenland in der Regel nicht. Doch nun äußerte er sich via Twitter. "Das Treffen von heute diene nur einem Ziel: Eine Entscheidung in Sachen Griechenland zu fällen", so Rajoy. Die Konsequenzen hätte das griechische Volk zu tragen. Es sei das Ziel, dass Griechenland im Euro bleibe.

+++ 16:17 Staats- und Regierungschefs übernehmen +++
Die Euro-Finanzminister überlassen den Staats- und Regierungschefs die zentralen Beschlüsse zur Lösung der Griechenland-Krise. "Eine Reihe von wichtigen Fragen ist noch offen", sagte Eurogruppenchef Jeroen Djsselbloem nach zweitägigen Beratungen der Euro-Finanzminister. Das Gipfeltreffen habe begonnen, twitterte EU-Ratspräsident Donald Tusk.

+++ 16:13 Kenny für neues Hilfspaket +++
Der irische Ministerpräsident Enda Kenny spricht sich für den Beginn von Verhandlungen über ein neues Hilfspaket für Griechenland aus. Er fordert das griechische Parlament aber auf, bereits am Montag die ersten angestrebten Reformgesetze umzusetzen.

+++ 16:04 Treffen der Eurogruppe beendet +++
Das Treffen der Finanzminister der Eurozone in Brüssel ist zu Ende gegangen. "Aus und vorbei", twittert Finnlands Ressortchef Alexander Stubb. Es habe Fortschritte gegeben. Nun übernehmen die Staats- und Regierungschefs der Währungsunion, so der Minister weiter. Dieses Treffen werde in wenigen Minuten beginnen, so der Sprecher des EU-Ratspräsidenten Donald Tusk, Preben Aamann,

+++ 15:54 Schulz sieht Schicksalstag +++
Die 19 Regierungen stehen nach Ansicht des Präsidenten des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, vor einer Schicksalsentscheidung über Europas Zukunft. "Ich gehe davon aus, dass es heute eine Einigung geben wird. Es geht um den Zusammenhalt Europas", sagt Schulz.

+++ 15:29 Juncker will kämpfen +++
EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker will sich "bis zur letzten Millisekunde" für eine Einigung mit Griechenland einsetzen. "Ich befinde mich im gehobenen Kampfesmut", sagt Juncker vor Beginn des Euro-Sondergipfels.

+++ 15:25 Hollande: "Es geht um Europa" +++
Frankreich werde alles tun, damit es am Abend eine Einigung gebe, sagt Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande. Es gehe nicht nur um Griechenland, sondern um Europa. "Einen Grexit auf Zeit gibt es nicht", sagt der Präsident in Richtung Berlin. Entweder gebe es Griechenland mit dem Euro oder Griechenland ohne den Euro.

+++ 15:18 Merkel: Vertrauen ist verschwunden +++
"Die wichtigste Währung ist verschwunden: Vertrauen", sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel in Brüssel. Es werde keine Einigung um jeden Preis geben. Sie erwarte "extrem schwierige" Verhandlungen der 19 Staats- und Regierungschefs über die Frage, ob Verhandlungen über ein drittes Griechenland-Hilfspaket aufgenommen werden sollen, so die Kanzlerin.

+++ 15:15 Rutte bleibt hart +++
"Die Straße ist nur dann frei, wenn die Griechen bereit sind, alle erforderlichen Maßnahmen umzusetzen", sagt der niederländische Premier Mark Rutte.

+++ 15:06 Tsipras gibt sich kompromissbereit +++
"Ich bin bereit für einen Kompromiss", sagt Griechenlands Premierminister Alexis Tsipras vor dem Treffen der Staats- und Regierungschefs der Eurozone. "Wir können heute Abend eine Einigung finden, wenn das alle Seiten auch wollen."

+++ 14:49 Eurogruppe braucht noch Zeit +++
Während die Finanzminister noch tagen, bereiten sich die Staats- und Regierungschefs der Eurozone auf ihr Treffen vor. Es soll um 16 Uhr beginnen. Da die Finanzminister ihre Sitzung noch nicht beendet haben, könnte sich der Start verschieben, heißt es in Brüssel.

+++ 14:41 Estlands Premier gelandet +++
Der Premierminister Estlands, Taavi Roivas, ist in Brüssel eingetroffen. Andere waren allerdings schneller.

 

+++ 14:03 Eurogruppe legt Forderungen vor +++
Der Nachrichtenagentur Reuters liegt eigenen Angaben zufolge der Forderungskatalog der Eurogruppe vor. Demnach verlangen die Gläubiger von der griechischen Regierung unter anderem:

  • Im Jahre 2018 muss der Primärüberschuss (Haushaltssaldo ohne Schuldendienst) bei 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen
  • Eine Rentenreform
  • Eine Reform des Arbeitsmarkts
  • Privatisierungen

Die Details lesen Sie hier.

 

+++ 13:54 Schäuble zu Draghi: "Ich bin doch nicht blöd" +++
Ein Zitat aus der Nacht dokumentiert, dass die Nerven bei den Teilnehmern der Eurogruppengespräche blank lagen: "Ich bin doch nicht blöd", hielt Bundesfinanzminister Schäuble nach Angaben aus EU-Kreisen dem Präsidenten der EZB, Mario Draghi, in der Diskussion entgegen. Die griechische Nachrichtenagentur ANA berichtet, der Wortwechsel sei Grund dafür gewesen, dass Eurogruppen-Chef Dijsselbloem das Treffen um kurz nach Mitternacht abbrach.

+++ 13:37 Ökonom: Befristeter Grexit führt zu chaotischer Bargeldwirtschaft +++
Ein zeitlich befristeter Euro-Abschied ist nach Ansicht eines Ökonomen der Deutschen Bank keine gute Idee. "Erstens würde das starke Euro-Bargeld in Griechenland in einer Art Zweiwährungssystem weiterhin dominieren - eine chaotische Bargeldwirtschaft wie in Kuba oder im Libanon würde die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts weiter schwächen." Zweitens würde es weitere politische Konflikte über das Wiedereintrittsdatum in den Euro-Raum geben. "Drittens dürften die Spannungen zwischen Griechenland und Resteuropa zunehmen, wenn Griechenland wie ein Schuljunge vor die Tür geschickt wird - auf dass es Besserung zeige."

+++ 13:26 Litauen dementiert angebliche Grexit-Forderung +++
Litauens Finanzminister Rimantas Sadzius hat Berichte über angebliche Forderungen seines Landes nach einer fünfjährigen Euro-Auszeit Griechenlands als völligen Unsinn zurückgewiesen. "Ich bestreite diese Nachrichten", sagte er vor dem Treffen der Euro-Finanzminister. Die Gespräche über die Spar- und Reformpläne Griechenlands seien "wirklich schwierig", sagte aber auch Sadzius.

+++ 13:04 Frankreichs Chefsozialist appelliert an Gabriel +++
Frankreichs Sozialisten haben sich an Vizekanzler Gabriel gewandt: Der SPD-Chef solle sich bei Kanzlerin Merkel für Griechenland stark machen. "Man kann nicht vor dem Referendum eine Vereinbarung treffen und sie anschließend nicht für gültig halten", erklärte der Chef der Parti socialiste, Jean-Christophe Cambadélis. Die Völker in Europa verstünden die deutsche Haltung nicht. Der französische Parteichef regte einen Appell der europäischen Sozialisten und Sozialdemokraten an, um schnell eine tragfähige und dauerhafte Vereinbarung mit Griechenland zu erreichen.

+++ 12:21 EU-Finanzminister diskutieren, Positionen weit auseinander +++
Die Eurofinanzminister sitzen jetzt wieder zusammen und diskutieren weiter über eine Lösung im Schuldenstreit mit und über Griechenland. Die Positionen scheinen weiterhin weit auseinanderzuliegen. Vor dem Treffen sagte Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling, es gebe in einer Reihe von Punkten keine Einigkeit. Es gehe aber weiter darum, ausreichende Garantien von Griechenland zu erhalten.

+++ 11:51 Slowakischer Finanzminister schließt Einigung heute aus +++
Der slowakische Finanzminister Peter Kazimir schließt eine Lösung des griechischen Schuldendramas bei den Verhandlungen der Eurostaaten für heute aus. "Es ist nicht möglich, heute eine Einigung zu finden", sagte Kazimir vor Beginn der Gespräche der Euro-Finanzminister.

+++ 11:42 Wirtschaftskommissar Moscovici sieht Basis für Verhandlungen +++
Nach den Worten von EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici sind sich die Gläubiger-Institutionen durchaus einig, dass es eine Basis für Verhandlungen gibt. Griechenland müsse aber mehr tun, sagt Moscovici. Auch der finnische Finanzminister Alexander Stubb sagte, niemand blockiere eine Einigung. Die Zusagen Griechenlands reichten aber nicht aus.

+++ 11:29 Renzi zu Deutschland: "Genug ist genug" +++
Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi will Deutschland drängen, eine Einigung mit Griechenland zu akzeptieren. "Jetzt muss der gesunde Menschenverstand zum Zuge kommen und ein Abkommen geschlossen werden", zitiert die Tageszeitung "Il Messaggero" Renzi. "Italien will keinen Austritt Griechenlands aus dem Euro, und zu Deutschland sage ich: genug ist genug." Die Zeitung titelt heute sinngemäß so: "Berlin zieht die Mauer wieder hoch."

+++ 11:13 Varoufakis posiert in Badehose +++
Griechenlands Ex-Finanzminister Varoufakis ist angeblich im Urlaub gesichtet worden. Eine griechische Zeitung bringt dieses Foto auf die Titelseite, wo ein Mann, der Varoufakis sein könnte, in Badehose für ein Selfie posiert. Ob wir dieses Selfie bald auf Varoufakis' Twitteraccount vorfinden?

 

+++ 10:57 EU-Diplomat: Brauchen so viel Zeit wie möglich +++
Die Absage des EU-Sondergipfels ist nach Angaben eines EU-Diplomaten auf die Schwierigkeiten der Eurogruppe zurückzuführen. "Wir brauchen so viel Zeit wie möglich, um die Gespräche in der Eurozone abzuschließen", sagte der Diplomat.

+++ 10:51 Kommissionsvize: Heute wohl kein Mandat für drittes Hilfspaket +++
EU-Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis nennt es unwahrscheinlich, dass die Kommission an diesem Sonntag ein Mandat erhalten wird, über ein drittes Hilfspaket für Griechenland zu verhandeln. Auch der slowakische Finanzminister Peter Kazimir äußert sich so.

+++ 10:41 Zyperns Finanzminister: Grexit kein Thema mehr +++
Zyperns Finanzminister Harris Georgiades antwortet auf die Frage, ob ein Grexit vom Tisch sei: "Definitiv ja." Griechenland brauche einen ambitionierten Reformplan. Mit entsprechenden Verhandlungen sollten die Gläubiger-Institutionen an diesem Sonntag beauftragt werden.

+++ 10:03 Tusk sagt EU-Sondergipfel ab +++
EU-Ratspräsident Donald Tusk hat den für den Abend angesetzten Sondergipfel aller 28 EU-Staaten zur Griechenlandhilfe abgesagt. Stattdessen werde es am Nachmittag nur das Gipfeltreffen der 19 Staats- und Regierungschefs der Euroländer geben.

+++ 09:55 Athen: Bestimmte EU-Länder wollen ein Scheitern +++
Vertreter der griechischen Regierung werfen einigen nicht namentlich genannten EU-Ländern vor, es auf ein Scheitern der Verhandlungen über die Athener Spar- und Reformpläne abgesehen zu haben. Die Athener Vorschläge seien von der EU-Kommission, der EZB und dem IWF positiv aufgenommen worden. Man habe sich in der Eurogruppe auch auf einen Zeitplan verständigt. Einige Länder hätten jedoch wiederholt die Frage der "Vertrauenswürdigkeit" aufgebracht, ohne genau zu sagen, was Griechenland konkret tun solle.

+++ 09:46 Bundestagsabgeordnete erhitzt wegen Schäuble-Plan +++
Der gestrige Vorschlag von Finanzminister Schäuble verärgert vor allem Grüne und SPD. Obwohl SPD-Chef Gabriel mitteilte, vom befristeten Grexit informiert gewesen zu sein, twittert sein Stellvertreter Hubertus Heil: "Schäuble spielt falsch: sein Grexit-Plan hat NICHT die Unterstützung der SPD." Der Grünen-Abgeordnete Dieter Janecek nennt den CDU-Kurs "Desaster Policy" (Katastrophenpolitik) und sagt voraus: "Am Ende des Tages gibt es eine Einigung ODER einen gewaltigen europäischen Scherbenhaufen. Your Fault!"

+++ 08:57 SPD-Fraktionsvize: Europapartei CDU isch over +++
SPD-Fraktionsvize Axel Schäfer fordert ein Ende der Debatte über ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone. Das Gerede um einen Grexit müsse sofort aufhören, verlangt er in der "Welt am Sonntag". "Wer sich monatelang am Grexit besoffen redet, wird bei der Euro-Rettung einen Brummschädel haben." Schäfer wirft der Union vor, Mitverantwortung für eine wachsende europakritische Stimmung zu tragen. "Von der Europapartei Kohls und Adenauer ist wenig übriggeblieben. Europapartei CDU isch over", so Schäfer.

+++ 08:15 Gabriel: Grexit auf Zeit nur, wenn Griechen das für besser halten +++
In seinem Facebook-Eintrag vom späten Samstagabend (siehe unten) geht SPD-Chef Gabriel auch auf den Schäubleschen Vorschlag eines "Grexits auf Zeit" ein. Dieser sei der SPD "natürlich bekannt". Der Vorschlag sei nur realisierbar, "wenn die griechische Regierung ihn selbst für die bessere Alternative halten würde".

+++ 08:03 Syriza-Europaabgeordneter: "Schäuble will uns demütigen" +++
Der griechische Europaabgeordnete Dimitrios Papadimoulis setzt am Morgen einen enttäuschten Tweet ab. Der Syriza-Politiker schreibt: "Schäuble und seine Freunde wollen uns demütigen. Wir können mit einem Antrag, mit Einigkeit und mit Bündnissen ihren Plan durchkreuzen."

+++ 07:32 Gabriel will Griechenland im Euro halten und Schulterschluss mit Frankreich +++
SPD-Chef Gabriel lässt mitten in der Nacht auf Facebook ein Statement veröffentlichen. Darin heißt es: "Die SPD verfolgt nach wie vor das Ziel, Griechenland in der Eurozone zu halten, wenn die dafür notwendigen Bedingungen geschaffen werden können." Die SPD lege dabei "besonderen Wert auf ein gemeinsames und abgestimmtes Vorgehen mit Frankreich". Hintergrund ist, dass viele Medien derzeit Merkel in dem Dilemma sehen, entweder mit Frankreich zu brechen oder innenpolitisch ihre Zukunft aufs Spiel zu setzen.

+++ 06:51 "Bild"-Zeitung: Griechenland braucht mehr als 100 Milliarden Euro +++
Nicht 53 Milliarden Euro (wie im griechischen Antrag) angegeben, nicht 82 (wie von der Eurogruppe nach oben korrigiert), sondern mehr als 100 Milliarden Euro braucht Griechenland, berichtet die "Bild"-Zeitung. Das Blatt beruft sich auf Quellen in Athen und Brüssel.

+++ 03:04 Wirtschaftsminister Stathakis äußert sich zu Kapitalverkehrskontrollen +++
Die Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland werden nach Angaben von Wirtschaftsminister Giorgos Stathakis noch "einige Monate" in Kraft bleiben. Bei einer Einigung mit den internationalen Gläubigern über ein drittes Hilfspaket würden die Banken binnen einer Woche wieder öffnen, sagte der Minister der BBC. Voraussetzung sei, dass die EZB ihr derzeit bei 89 Milliarden Euro gedeckeltes Nothilfeprogramm für die griechischen Banken aufstocke.

+++01:10 Dijsselbloem: "Es ist immer noch sehr schwierig"+++

Euro-Gruppenchef Jeroen Dijsselbloem veröffentlicht eine kurze Erklärung zu den Gesprächen mit den Euro-Finanzministern. Demnach wurden Fragen der Glaubwürdigkeit, des Vertrauens und auch finanzielle Themen besprochen.

+++00:50 Gabriel hat Bedenken gegen Grexit auf Zeit+++
SPD-Chef Sigmar Gabriel hat Bedenken gegen einen von Finanzminister Wolfgang Schäuble ins Spiel gebrachten Grexit auf Zeit. In einer derart schwierigen Situation müsse jeder denkbare Vorschlag unvoreingenommen geprüft werden. "Dieser Vorschlag wäre aber nur realisierbar, wenn die griechische Regierung ihn selbst für die bessere Alternative halten würde." Er fügte an: "Der Vorschlag des Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble für ein zeitlich befristetes Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone ist der SPD natürlich bekannt."

+++00:14 Euro-Finanzministertreffen auf Sonntagvormittag vertagt+++

Die Euro-Finanzminister haben ihre Krisenberatungen zu Griechenland nach rund neun Stunden ergebnislos vertagt. Am Sonntagvormittag wollen die Ressortchefs wieder zusammenkommen, wie Diplomaten in Brüssel berichten. Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem verzichtet nach Abschluss der Beratungen auf seine sonst übliche Pressekonferenz.

Was diese Woche geschah: Zum Liveticker des 5. Juli, 6. Juli, 7. Juli, 8. Juli, 9. Juli, 10. Juli und 11. Juli.

Quelle: n-tv.de

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