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Montag, 08. Oktober 2012

Kooperation mit Air France: Air Berlin bekommt Verbündeten

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Im Kampf um die Kunden geht Air Berlin gegen die Lufthansa in die Offensive: Die zweitgrößte deutsche Airline verbündet sich auf bestimmten Strecken mit Air France. Kommandiert wird die Attacke im Hintergrund jedoch von jemand anders.

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Air Berlin arbeitet künftig mit Air France-KLM zusammen. Deutschlands zweitgrößte Fluglinie, die französisch-niederländische Fluggesellschaft und der Air-Berlin-Großaktionär Etihad aus Abu Dhabi kündigten eine strategische Partnerschaft an, mit der die Streckennetze der beteiligten Airlines enger verzahnt werden sollen. Etihad und Air Berlin wollen künftig mit Air France-KLM gemeinsam Flüge anbieten. "Für Air Berlin ist die Zusammenarbeit mit der Air-France-KLM-Gruppe ein weiterer Meilenstein im Aufbau eines einzigartigen, globalen Flugnetzwerks", sagte Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn. Die Zusammenarbeit soll am 28. Oktober beginnen.

Durch die Kooperation mit Air France-KLM können die Passagiere von Air Berlin künftig neun Ziele in Frankreich anfliegen - und beispielsweise über Paris nach Bordeaux, Marseille oder Toulouse weiterreisen. Air France  wiederum erweitere über die Gemeinschaftsflüge sein Flugangebot in  Deutschland, Polen und Österreich. Mit KLM wolle Air Berlin darüber hinaus gemeinsame Flüge zwischen Amsterdam-Schiphol und Berlin oder nach Großbritannien anbieten, teilte das Unternehmen mit.

Etihad war im Dezember mit 29,2 Prozent bei Air Berlin eingestiegen. Die arabische Fluglinie drängt Mehdorn seit Längerem zu einer Kooperation mit Air France. Air Berlin trat erst im Frühjahr der von British Airways und Iberia geführten Luftfahrtallianz Oneworld bei. Europas zweitgrößte Fluggesellschaft Air France-KLM ist dagegen Mitglied im Konkurrenzbündnis Skyteam. Bedrohlich wäre der Schulterschluss vor allem für die Lufthansa, die dem konkurrierenden Luftfahrtbündnis Star Alliance angehört. Etihad gehört bisher keiner der großen Allianzen an.

Etihad will in Asien expandieren

Der Plan ist offenbar Teil einer großangelegten Expansionsstrategie von Etihad auf den lukrativsten Luftfahrtmärkten. Denn die arabische Fluglinie will seine Einkaufstour in Asien fortsetzen. Etihad wolle sich weitere Anteile an anderen Fluggesellschaften sichern, sagte Konzernchef James Hogan in einem Telefoninterview. "Möglicherweise ein oder zwei Partnerschaften und das war es dann auch", ergänzte er. "Wir sind uns darüber im Klaren, dass Indien und Asien eine Chance darstellen", fügte Hogan hinzu. Die Airline habe bereits Angebote von indischen Fluggesellschaften erhalten. "Wir sind nicht in Eile". Ein Einstieg bei einem Rivalen müsse auch Sinn ergeben.

Die in Schwierigkeiten geratene indische Fluggesellschaft Kingfisher Airlines will sich einem Zeitungsbericht zufolge von einem ausländischen Rivalen retten lassen. Auch SpiceJet und Jet Airways sind angeblich auf der Suche nach einem strategischen Investor. Zuletzt hatte Etihad einen Anteil an der australischen Fluggesellschaft Virgin Australia erworben. Etihad versucht, mit den Zukäufen die großen Rivalen aus den Golfstaaten wie Emirates aus Dubai und Qatar Airways einzuholen.

Quelle: n-tv.de

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