Wirtschaft
787 "Dreamliner"-Cockpit
787 "Dreamliner"-Cockpit(Foto: picture alliance / dpa)

Nackenschlag für Boeing: Air Berlin storniert Milliardenauftrag

Seit Jahren steckt Air Berlin in der Krise. Trotz Sparprogrammen fliegt die Gesellschaft in den roten Zahlen. Nun versucht es Air Berlin an einer anderen Stelle, ein milliardenschwerer Großauftrag bei Boeing wird storniert. An der Börse kommt das an.

Die in der Krise steckende Fluggesellschaft Air Berlin storniert einen Großauftrag bei Boeing und schont damit das eigene, dünne Kapitalpolster. Die Airline machte Bestellungen für 18 Mittelstreckenmaschinen des Typs 737 und 15 Langstrecken-Verkehrsflugzeuge des Typs 787 "Dreamliner" rückgängig. Die Aufhebungsvereinbarung verpflichtet Air Berlin nicht zu Ausgleichzahlungen an Boeing, wie das Unternehmen mitteilte.

An der Börse kommt die Nachricht gut an. Die Aktie schlägt den schwachen Gesamtmarkt deutlich. Der Kurs legt um rund 1 Prozent zu.

Milliardensumme wird frei

Der Verzicht auf die Anschaffung der bestellten Flugzeuge, die derzeit einen Listenpreis von 5 Milliarden US-Dollar haben, wird den künftigen Kapitalaufwand der Gruppe deutlich senken. Ganz verzichten will Air Berlin aber nicht auf neue Maschinen. In kleinerem Umfang als ursprünglich geplant, soll die bestehende Flotte durch den Kauf oder das Leasing von "geeigneten Flugzeugen" an die Bedürfnisse der Airline angepasst werden. Details dazu nannte Air Berlin nicht.

Das Unternehmen arbeitet daran, innerhalb von drei Jahren wieder nachhaltig profitabel zu werden. Air Berlin steckt nach einem zu schnellen Expansionskurs seit Jahren in Schwierigkeiten. Die Airline schreibt trotz Sparprogrammen Verluste. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft nach der Lufthansa will sich deshalb weiter verschlanken. Dazu sollen Kapazitäten gesenkt, das Streckennetz ausgedünnt und der Betrieb effizienter gestaltet werden.

Quelle: n-tv.de

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