Wirtschaft

Auch 2012 birgt UntiefenAllianz agiert mit Vorsicht

23.03.2012, 10:29 Uhr
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Auch in diesem Jahr könnte es zu einigen Stürmen kommen. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Bei der Allianz erwartet man ein kompliziertes Jahr 2012. Das Dax-Unternehmen betont, sich auch auf Negativ-Szenarien wie den Kollaps von Ländern oder den Austritt von Staaten aus der Euro-Zone vorzubereiten.

Europas größter Versicherungskonzern Allianz rechnet

auch im laufenden Jahr mit Gegenwind. "Das neue Geschäftsjahr wird nicht

weniger fordernd sein als das Berichtsjahr", schrieb Konzernchef Michael

Diekmann in dem Geschäftsbericht für 2011. Das operative Ergebnis soll sich

zwischen 7,7 und 8,7 Milliarden Euro einpendeln, nachdem es 2011 um knapp fünf

Prozent auf 7,86 Milliarden Euro gesunken war.

Vor allem extreme Belastungen durch

Naturkatastrophen und hohe Abschreibungen auf Aktien und griechische

Staatsanleihen setzten Europas größtem Versicherer zu. Hier rechnet der

Dax-Konzern in beiden Fällen nun mit einer Normalisierung. So gab es 2012

bislang noch keine Mega-Schäden. Die Havarie des Kreuzfahrtschiffes "Costa

Concordia" der US-Reederei Carnival kostet die Allianz netto maximal 20

Millionen Euro.

Der Versicherer betonte, sich auch auf

Negativ-Szenarien wie den Kollaps von Ländern oder den Austritt von Staaten aus

der Eurozone vorzubereiten. "Wir haben verschiedene Maßnahmen getroffen,

um derlei Effekte zu begrenzen." Konkret wurden diese aber nicht

erläutert. Nach den jüngsten Rettungshilfen für n, an denen sich

auch die Allianz beteiligt, erwartet das Unternehmen aber, dass die

Staatsschuldenkrise dieses Jahr an Brisanz verliert. Auch die Europäische

Zentralbank trage zur Stabilisierung bei. Die Allianz hat ihre Hellas-Bonds auf

den Marktwert von knapp 25 Prozent des Nominalbetrages abgeschrieben und

rechnet daher nicht mit mehr mit signifikanten Belastungen.

Vermögensverwaltung holt auf

Der Großteil des operativen Gewinns dürfte mit vier

bis fünf Milliarden Euro erneut aus der Schaden/Unfallversicherung kommen, die

2011 unter den Erdbeben in Japan und Neuseeland, den Überschwemmungen in

Thailand und zahlreichen anderen Großschäden litt. Die Lebens- und

Krankenversicherung dürfte 2,2 bis 2,8 Milliarden Euro beitragen, obwohl das

niedrige Zinsniveau auf dem Segment lastet. Schließlich dürfte die

Vermögensverwaltung, die sich 2011 zum neuen Star im Konzern entwickelt hat,

2,0 bis 2,4 Milliarden Euro zusteuern.

Probleme hat die Allianz primär im Heimatmarkt und

den USA. Hier ist der Vorstand nicht mit den jeweiligen Ergebnissen zufrieden

und hat Umbaumaßnahmen eingeleitet. In der deutschen Sachversicherung wird ab

2012 mit Verbesserungen gerechnet, bei der US-Tochter Fireman's Fund erst nach

2012. Hier werden in Reaktion auf zu hohe Kosten und sinkende Prämieneinnahmen

auch Jobs abgebaut.

Angesichts des

schwächeren Ergebnisses 2011 - der Nettogewinn brach um 46 Prozent auf 2,8

Milliarden Euro ein - bekam der Vorstand auch deutlich weniger Geld. Die

gesamte Vergütung, die sich aus einem Grundgehalt, kurz- und langfristigen Boni

sowie Pensionszusagen zusammensetzt, für den zehnköpfigen Vorstand ging um 24

Prozent auf 31,6 Millionen Euro zurück. Firmenchef Diekmann verdiente 5,26

(6,6) Millionen Euro.

Quelle: ntv.de, rts