Wirtschaft
Harte Blicke Richtung Griechenland: Michael Diekmann.
Harte Blicke Richtung Griechenland: Michael Diekmann.(Foto: REUTERS)

Athen-Effekt in der Bilanz: Allianz verliert Gewinn

Der finanzielle Niedergang der Griechen schlägt tiefe Kerben in das Zahlenwerk der Allianz: Europas größter Versicherungskonzern schreibt Unsummen ab. Im Vergleich zum Vorjahr fällt das Ergebnis um fast die Hälfte kleiner aus.

Abschreibungen auf Aktien und griechische Staatsanleihen haben der Allianz 2011 zu schaffen gemacht und den Gewinn fast halbiert. Der Überschuss fiel auf 2,8 Mrd. Euro, wie Europas größter Versicherer mitteilte. Im Jahr davor hatte die Allianz 5,2 Mrd. Euro verdient.

Trotz des Einbruchs beim Gewinn will der Dax-Konzern die Dividende mit 4,50 Euro je Anteilsschein stabil halten. Analysten hatten im Schnitt mit einem Nettogewinn von gut 3 Mrd. Euro und einer Dividende von 4,29 Euro je Aktie gerechnet.

Operativ verdiente die Allianz 7,86 Mrd. Euro. Damit wurde die prognostizierte Spanne von 7,5 bis 8,5 Mrd. Euro erreicht. Während die Lebensversicherung sowie die Schaden- und Unfallsparte weniger Profit machten, legte die Vermögensverwaltung zu und gewann damit abermals an Bedeutung. Für 2012 peilt die Konzernführung einen operativen Gewinn von 7,7 bis 8,7 Mrd. Euro an.

Swiss Re beeindruckt Analysten

Kräftigere Zahlen konnte Swiss Re präsentieren: Der Schweizer Rückversicherer hat seinen Gewinn im Jahr 2011 trotz immenser Schadenzahlungen auf 2,63 Mrd. Dollar verdreifacht. Die Nummer zwei der Branche hinter Münchener Rück verdiente damit deutlich besser als von Analysten erwartet, die im Schnitt mit 1,79 Mrd. Dollar gerechnet hatten. Swiss Re will die Dividende auf drei Franken je Aktie anheben von 2,75 Franken im Vorjahr, wie der Konzern mitteilte.

Swiss Re ist als Rückversicherer kein direkter Konkurrent des deutschen Allianz-Konzerns. Die Geschäfte der beiden Versicherer unterliegen verschiedenen Einflüssen. So spielen Großschadensereignisse wie zum Beispiel Naturkatastrophen bei Rückversicherern eine bedeutende Rolle. Im Fall der Swiss-Re-Bilanz kommt diesmal jedoch ein ganz anderer Effekt zum Tragen: Im Jahr 2010 hatte allerdings eine an den legendären US-Investor Warren Buffett gezahlte Entschädigung Swiss Re das Ergebnis verhagelt.

Die mittelfristigen Finanzziele haben oberste Priorität, hieß es aus der Schweiz. Swiss Re strebt im Durchschnitt über die nächsten fünf Jahre eine Gewinnsteigerung je Aktie von 10 Prozent an und eine Eigenkapitalverzinsung, die 700 Basispunkte über dem risikofreien Zinssatz liegt.

Quelle: n-tv.de

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