Wirtschaft
Allianz-Chef Michael Diekmann erwartet ein operatives Ergebnis für das Gesamtjahr am "oberen Ende unseres prognostizierten Zielkorridors".
Allianz-Chef Michael Diekmann erwartet ein operatives Ergebnis für das Gesamtjahr am "oberen Ende unseres prognostizierten Zielkorridors".(Foto: dpa)

Standhaft im Sturm: Allianz traut sich noch mehr zu

Die schweren Unwetter in Deutschland und die Zinsflaute konnten dem größten europäischen Versicherer offenbar nichts anhaben. Konzernchef Diekmann sieht die Allianz bei den Jahreszielen voll im Plan - und legt noch eine kleine Schippe drauf.

Hagel- und Flutschäden, die Minizinsen in vielen Teilen der Welt und hohe Abflüsse aus Anleihefonds perlen am Versicherungskonzern Allianz offensichtlich ab. Im dritten Quartal schrumpfte das operative Ergebnis zwar um knapp ein Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Die Zuversicht für das Gesamtjahr trübt das aber nicht. "Angesichts der guten Entwicklung der Allianz Gruppe in den ersten neun Monaten erwarten wir jetzt ein operatives Ergebnis für das Gesamtjahr von leicht über 9,7 Milliarden Euro, dem oberen Ende unseres prognostizierten Zielkorridors", erklärte Vorstandschef Michael Diekmann. Damit nähert sich der Versicherer ein Stück weit den Analystenschätzungen an.

Unter dem Strich stand im abgelaufenen Quartal ein Gewinn von 1,4 Milliarden Euro zu Buche - sechs Prozent mehr als vor einem Jahr. Am Markt kamen die Nachrichten gut an: Die Allianz-Aktie notierte vorbörslich leicht im Plus.

Zwar hatte es über die Sommermonate gerade in Europa eine Reihe von Großschäden gegeben: Nach der Flut kamen etwa die Hagelstürme in Deutschland. Doch die Allianz steckte die Nettobelastungen durch die Unwetter von insgesamt 464 Millionen Euro vergleichsweise locker weg und konnte ihr Ergebnis in der Schaden- und Unfallversicherung sogar um sechs Prozent auf über 1,2 Milliarden Euro steigern. Im laufenden Schlussquartal kommt nun noch Herbststurm "Christian" dazu, der Ende Oktober über weite Teile Europas hinweggefegt war. Der Sturm werde zusammen mit anderen Faktoren zu Belastungen zwischen 100 und 400 Millionen Euro führen, rechnete der Konzern vor. Auch dies bringt die Jahresziele aber offenbar nicht in Gefahr. Schon die großen Rückversicherer hatten in dieser Woche Entwarnung in Sachen "Christian" gegeben und eher von einem überschaubaren Schaden gesprochen.

Pimco schrumpft Anlegergelder

Zum Sorgenkind wird bei der Allianz im Niedrigzinsumfeld indes immer mehr die jahrelang boomende Vermögensverwaltung. In der Sparte - zu der die beiden Häuser Pimco und Allianz Global Investors gehören - brach das operative Ergebnis um elf Prozent auf 754 Millionen Euro ein. Unter dem Strich zogen die Kunden Gelder in Höhe von 26,7 Milliarden Euro ab, und zwar vorwiegend aus festverzinlichen Produkten, die kaum noch etwas abwerfen.

Das trifft vor allem die auf Anleihen spezialisierte Investmentgesellschaft Pimco. So hat der weltbekannte Fonds Pimco Total Return von Fondsmanager Bill Gross nach Berechnungen des Analysehauses Morningstar wegen anhaltender Mittelabflüsse inzwischen seinen Titel als weltgrößter Anleihefonds verloren. Allianz-Finanzchef Dieter Wemmer sprach von schwierigen Rahmenbedingungen. Entspannung ist jedoch nicht in Sicht: Erst am Donnerstag senkte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins weiter auf ein Rekordtief von 0,25 Prozent. Damit schrumpfen auch die Zinsen auf festverzinsliche Spareinlagen weiter.

Quelle: n-tv.de

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