Wirtschaft
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Bouygues gibt Paris zwei Jahre Zeit: Alstom-Deal mit Frankreich steht

Dass der französische Staat bei Alstom einsteigen würde, ist seit Freitag klar. Nun ist auch bekannt, wie der Deal genau laufen wird: Paris kann innerhalb von zwei Jahren 20 Prozent der Anteile erwerben - und so auf einen guten Preis spekulieren.

Der französische Konzern Bouygues und die Regierung in Paris haben sich auf die Modalitäten geeinigt, unter denen die Allianz zwischen dem Energie- und Transportkonzerns Alstom und dem US-Konzern General Electric (GE) zustande kommen soll. Dies teilte Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg im Fernsehsender France 2 mit.

Der französische Staat will im Laufe der kommenden zwei Jahre 20 Prozent des Alstom-Kapitals erwerben und damit Alstom-Hauptaktionär werden. In dieser Zeit überlässt der bisherige Hauptaktionär Bouygues dem Staat seinen Sitz im Verwaltungsrat.

Schon vor dem Wochenende wurde mitgeteilt, die Vereinbarungen sollten vor dem Börsenstart am Montag veröffentlicht werden. Die Pariser Regierung hatte GE am Freitag in dem wochenlangen Bieterrennen den Vorzug vor Siemens und seinem japanischen Verbündeten Mitsubishi Heavy Industries gegeben.

Paris machte Einstieg vom Preis abhängig

Bis zuletzt gab es offenbar unterschiedliche Einschätzungen über den Wert der Alstom-Anteile, die an den französischen Staat gehen sollen. Die Regierung in Paris wollte entsprechend dem Börsenkurs vom Freitag 28 Euro je Anteilsschein zahlen, Bouygues setzte auf einen Preis von 35 Euro. Daher wurde die Zwei-Jahres-Frist vereinbart, die es beiden Seiten ermöglicht, auf steigende und sinkende Kurse zu warten.

Alstom-Chef Patrick Kron sagte dem "Journal du Dimanche" vor der Einigung vom Sonntagabend, es gebe "drei Sieger" bei dem Projekt: Alstom, das seine Stellung und seine Arbeitsplätze verstärken werde, GE und den französischen Staat. Kron kündigte an, nach dem Abschluss der Allianz zurückzutreten. GE-Chef Jeffrey Immelt sprach von einem "großartigen industriellen Projekt", das einen "Weltmeister der Energie" schaffen werde.

Der französische Staatschef François Hollande hatte am Samstag gewarnt, wenn Bouygues seine Anteile nicht zu einem "akzeptablen" Preis verkaufen wolle, stehe die Allianz mit GE wieder in Frage. Siemens hatte zusammen mit Mitsubishi 8,2 Milliarden Euro für Teile von Alstom geboten. Der Münchner Konzern wollte das Gasturbinen-Geschäft für 4,3 Milliarden Euro komplett übernehmen, in den Bereichen Dampf, Energienetze und Wasserkraft strebte Mitsubishi 40 Prozent an einer Holding mit Alstom an.

Quelle: n-tv.de

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