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Versandhändler reagiert auf Kritik: Amazon kündigt Sicherheitsdienst

Nach einem Fernsehbericht über schlechte Arbeitsbedingungen bei Amazon in Deutschland zieht der US-Versandhändler die Konsequenzen. Der Konzern trennt sich von dem Sicherheitsdienst, der für die Gängelei von Saisonarbeitern verantwortlich zeichnet.

Die Vorwürfe sind massiv: Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes von Amazon sollen Neonazi-Klamotten getragen und ausländische Leiharbeiter schikaniert haben. Jetzt hat der Versandhandel auf die Kritik reagiert. Nachdem das Unternehmen wegen der schlechten Arbeitsbedingungen in die Schlagzeilen geraten ist, hat sich Amazon von dem Sicherheitsdienst getrennt.

Eine ARD-Dokumentation hatte unter anderem gezeigt, wie Mitarbeiter der Sicherheitsfirma die Leiharbeiter und das Film-Team bedrängten und Zimmer durchsuchten. Zudem soll das Sicherheitsunternehmen Kontakte in die Neonazi-Szene haben. Der Geschäftsführer der Firma zeige sich auf Fotos mit verurteilten Rechtsextremen, erklärten die ARD-Journalisten.

"Amazon hat veranlasst, dass die Zusammenarbeit mit dem kritisierten Sicherheitsdienst mit sofortiger Wirkung beendet wird", sagte eine Sprecherin. Amazon habe "eine Null-Toleranz-Grenze für Diskriminierung und Einschüchterung - und wir erwarten das gleiche von allen Unternehmen, mit denen wir arbeiten".

Von der Leyen droht mit Lizenzentzug

Am Wochenende hatte sich Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen in die Debatte eingeschaltet und der Leiharbeitsfirma, die mit Amazon zusammenarbeitet, mit einem Lizenzentzug gedroht. "Sollte die Sonderprüfung ergeben, dass an den Vorwürfen gegen die Leiharbeitsfirma etwas dran ist, dann steht die Lizenz auf dem Spiel", sagte die CDU-Politikerin.

Die Gewerkschaft Verdi wirft Amazon schon seit längerem vor, gerade Saisonkräfte schlecht zu bezahlen und etwa mit strengen Kontrollen und Überwachung zu gängeln. Verdi kämpft außerdem um höhere Löhne für die fest angestellten Beschäftigten des Versandhändlers. Die Gewerkschaft verlangt, dass Amazon den Flächentarifvertrag für den Einzelhandel anerkennt. Daraus würden sich deutlich höhere Stundenlöhne ergeben. Bislang orientiere sich das nicht tarifgebundene Unternehmen am Tarifvertrag für die Logistikbranche.

Kritik an den Arbeitsbedingungen im Versandhandel hatte es bereits zuvor gegeben, etwa beim Online-Versandhaus Zalando. Das Unternehmen hat dagegen nach eigenen Angaben Maßnahmen ergriffen.

Quelle: n-tv.de

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