Wirtschaft
Viele Kunden machen nun einen Bogen um den Online-Buchhändler.
Viele Kunden machen nun einen Bogen um den Online-Buchhändler.(Foto: dapd)

Kunden wenden sich ab: Amazon macht sich unbeliebt

Die Berichte über schlechte Arbeitsbedingungen beim Online-Buchhändler Amazon hallen lange nach. Einer Umfrage zufolge wollten 12 Prozent der Befragten nicht mehr bei Amazon einkaufen, die Marke hat in Deutschland zudem spürbar an Beliebtheit eingebüßt.

Die Kunden von Amazon reagieren auf die Berichte über die teils schlechten Arbeitsbedingungen bei dem Online-Versandhändler: In einer YouGov-Umfrage unter rund tausend Online-Käufern sagten zwölf Prozent, sie wollten nicht mehr bei Amazon einkaufen. Weitere sieben Prozent der Befragten gaben an, sie versuchten wieder häufiger in Geschäften und weniger im Internet einzukaufen.

Auch der von YouGov erhobene Marken-Index ist nach Angaben des Marktforschungsunternehmens stark eingebrochen. Noch im vergangenen Jahr habe Amazon mit 87 Punkten den ersten Platz in dem Marken-Ranking von YouGov erreicht und zu den beliebtesten Marken der Deutschen überhaupt gezählt, teilte das Marktforschungsunternehmen mit. Seit Mitte Februar habe Amazon innerhalb eines Monats 45 Imagepunkte verloren.

Eine schnelle Erholung der Imagewerte sei nicht zu erwarten, erklärte YouGov-Vorstand Holger Geißler. Die von der Gewerkschaft Verdi angedrohten Streiks bei Amazon "dürften das Problem sicherlich noch verschärfen". Viele Kunden seien enttäuscht: "Wünsche über Nacht erfüllen und die schlechte Behandlung von Leiharbeitern passen für viele Menschen nicht zusammen", erklärte Geißler.

Im Februar war eine ARD-Fernsehreportage über die Arbeits- und Lebensbedingungen von Leiharbeitern am Amazon-Standort in Bad Hersfeld ausgestrahlt worden. Die Saisonarbeiter sollen dem Bericht zufolge von privaten Sicherheitsdiensten schikaniert worden sein. Amazon kündigte der Sicherheitsfirma daraufhin.

Quelle: n-tv.de

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