Wirtschaft
Verbeugung vor den Apple-Zahlen.
Verbeugung vor den Apple-Zahlen.(Foto: picture alliance / dpa)

Analysten verbeugen sich: Apple ist "einfach Wahnsinn"

Die Analysten überschlagen sich, sprechen von einem "Monster-Quartal" bei Apple. Müssen sie wohl auch, denn allein die reinen Zahlen sind überwältigend: 17 Millionen verkaufte iPads, dazu 32 Millionen iPhones. Der Umsatz schnellt um über 70 Prozent nach oben, der Gewinn verdoppelt sich. Mittlerweile liegen fast 100 Milliarden Dollar auf der hohen Kante. Ein Haar in der Suppe gibt es allerdings doch.

Der US-Technologiekonzern Apple ist so erfolgreich unterwegs wie noch nie - dank sehr guter Weihnachtsgeschäfte: Eine gigantische Nachfrage nach den neuen iPhone-Handys und den iPad-Tabletcomputern hat den Gewinn im Weihnachtsquartal auf unterm Strich 13,1 Mrd. Dollar hochschnellen lassen. Das sind umgerechnet 10,1 Mrd. Euro und mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Nicht einmal zu den besten Zeiten unter Steve Jobs hatte Apple so viel verdient. Gleichzeitig kletterten die Erlöse um 73 Prozent auf 46,33 Mrd. Dollar nach oben.

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Zum Vergleich: Der über Jahre bestverdienende aller Technologiekonzerne - Microsoft - hat im gleichen Zeitraum die Hälfte verdient. Google kam nicht mal auf ein Viertel. "Das ist einfach der Wahnsinn", lauteten die ersten Kommentare von Börsianern zu den Apple-Zahlen, die am späten Dienstag herauskamen. Der Konzern übertraf die Erwartungen bei weitem. Nachbörslich schoss die Aktie um 8 Prozent hoch.

Understatement aus dem Vorstand

Apple hat alleine von seinem iPhone-Handy 37,0 Millionen Stück losgeschlagen und damit den bisherigen Rekord von 20,3 Millionen locker überboten. "Wir könnten nicht zufriedener sein", sagte der neue Konzernchef Tim Cook in einer Telefonkonferenz. Viele Kunden hätten gewartet, bis das neue iPhone 4s im Oktober herausgekommen sei, und dann zugeschlagen, begründete Cook den gewaltigen Sprung bei den Verkäufen.

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Auch bei den iPad-Tabletcomputern sprengte Apple mit 17 Millionen verkauften Exemplaren alle Rekorde. Das sind mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Während beim iPhone mittlerweile die Android-Smartphones eine ernsthafte Konkurrenz sind ("Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen"), sieht Cook das iPad nahezu konkurrenzlos. Samsung dürfte das anders sehen.

"Ich habe auf die Zahlen geschaut, nachdem Amazon seinen Kindle Fire in den USA herausgebracht hat. Ich habe keine Ausschläge nach oben oder unten gesehen", sagte Cook. Der kleine Tabletcomputer Kindle Fire kostet mit 199 Dollar nicht mal die Hälfte des günstigsten iPad. Das Gerät gilt als härtester Herausforderer, weil Amazon wie Apple jede Menge Inhalte zu bieten hat von Musik über Videos bis hin zu Büchern.

Eine kleine Schramme

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Auch Mac-Computer waren der Renner mit 4,2 Millionen Verkäufen, was einem Zuwachs von 26 Prozent entspricht. Besonders beliebt waren die Notebooks. Im Heimatmarkt USA ist Apple mittlerweile der drittgrößte Computerhersteller und bietet damit den Windows-PC die Stirn. Weltweit schafft es Apple nach Zahlen der Marktforschungsfirma Gartner indes nicht in die Topliga.

Die Nachfrage nach den iPod-Musikspielern ging allerdings weiter zurück und zwar um 21 Prozent auf 15,4 Millionen. Viele Menschen nutzen mittlerweile lieber ihr Smartphone zum Musikhören.

Analysten überschlagen sich

Es war das erste volle Quartal unter der Führung von Tim Cook. Firmengründer Steve Jobs war am 5. Oktober im Alter von 56 Jahren nach einem langen Krebsleiden gestorben. Wenige Wochen zuvor hatte er das Geschäft endgültig an Cook übergeben, der davor bereits für das Tagesgeschäft verantwortlich war. Jobs' Tod hatte die Fans weltweit erschüttert. Sie kaufen aber weiterhin.

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"Apple ist unglaublich stark unterwegs, und wir haben noch einige erstaunliche Produkte in der Hinterhand", sagte Cook. Details nannte er wie üblich nicht. Fast schon sicher scheint, dass noch im Frühjahr die neue Version des iPad herauskommt, die dann dritte. Die Produktion ist nach Informationen von US-Medien bereits angelaufen.

"Das ist ein Monster-Quartal", sagte Colin Gillis von BGC Financial. "Die ganze Welt will Apple-Produkte kaufen." Stan Shamu, Marktstratege von IG Markets, sprach von "Blow-Out-Zahlen", Hendi Susanto von Gabelli & Co. sagte, was den weiteren Jahresverlauf angehe, so verfüge Apple noch über einigen Rückenwind. Der Konzern könne noch mehrere internationale Märkte erschließen und auch neue Verkaufsläden eröffnen.

Fast 100 Mrd. Dollar auf der hohen Kante

Immer wieder wird auch über einen Apple-Fernseher spekuliert, nachdem Jobs in seiner Biografie Andeutungen gemacht hatte. In dem Bereich hat Apple bislang nur einen kleinen Kasten zu bieten, der Fernsehsendungen oder Spielfilme aus dem Internet lädt und auf den Fernseher bringt, das Apple TV. "In Sachen Umsatz und Verkaufszahlen ist das für uns immer noch ein Hobby", sagte Cook.

Apple konnte im Quartal 1,4 Millionen der Geräte absetzen. Sie kosten im wichtigen Heimatmarkt 99 Dollar und gehören damit zu den billigsten Apple-Produkten überhaupt. Cook sagte allerdings, er könne sich nicht mehr vorstellen, ohne Apple TV zu leben. "Wir schauen, was wir noch tun können." Weiter wollte er sich mit seinen Andeutungen nicht aus dem Fenster lehnen.

Apple weiß vor lauter Geld kaum mehr wohin damit. Der Konzern hatte zum 31. Dezember 97,6 Mrd. Dollar auf der hohen Kante liegen - in bar oder in Wertpapieren. Alleine in den drei Monaten von Oktober bis Dezember füllte sich die Kasse um weitere 16,0 Mrd. Dollar. Investoren fordern schon seit Langem, dass Apple einen Teil des Geldes als Dividende ausschüttet. "Wir diskutieren aktiv, was am besten mit dem Geld zu tun ist", sagte Finanzchef Peter Oppenheimer. "Wir haben aber noch nichts zu verkünden."

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Quelle: n-tv.de

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