Wirtschaft
Der Kampf für mehr Beschäftigung ist eine der wichtigsten Aufgaben für
Macron.
Der Kampf für mehr Beschäftigung ist eine der wichtigsten Aufgaben für Macron.(Foto: picture alliance / Christophe En)

Tiefster Stand seit fünf Jahren: Arbeitslosigkeit in Frankreich sinkt deutlich

Es ist ein willkommener Auftakt für die Amtszeit des neuen Präsidenten Macron: Die Arbeitslosigkeit in Frankreich gibt überraschend stark nach und sinkt auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren. Eine andere Statistik dämpft die Euphorie jedoch ein wenig.

Trotz der zuletzt vergleichsweise schwachen Konjunkturerholung ist die Arbeitslosigkeit in Frankreich im ersten Quartal 2017 merklich gesunken. Der Rückgang auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren ist für den neugewählten Staatspräsidenten Emmanuel Macron ein willkommener Einstand. Wie die Statistikbehörde meldete, sank die Arbeitslosenquote auf 9,6 Prozent von 10,0 Prozent im Schlussquartal 2016. Damit liegt die Quote zum ersten Mal seit fünf Jahren unter 10 Prozent.

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Im Kernland - ohne die überseeischen Gebiete Frankreichs - sank die Quote auf 9,3 Prozent von 9,7 Prozent. Besonders junge Menschen haben unter der hohen Arbeitslosigkeit in Frankreich zu leiden. Aber auch für diese Gruppe meldeten die Statistiker einen merklichen Rückgang: Die Arbeitslosenquote bei den 15- bis 24-jährigen Franzosen sank auf 22,3 Prozent von 23,7 Prozent im Vorquartal.

"Der Trend zu einer geringeren Arbeitslosigkeit muss sich in den nächsten Quartalen erst noch bestätigten", mahnte ING-Bank-Ökonom Julien Manceaux. "Die noch bestehenden Schwierigkeiten zeigen sich daran, dass die Beschäftigungsquote der in der Wirtschaft aktiven Bevölkerung nicht gestiegen ist, sondern bei 64,7 Prozent verharrte."

Macron will Impulse für neue Jobs geben

Der Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit ist eine der zentralen Aufgaben des neuen französischen Präsidenten. Der Staatschef will dafür unter anderem die Arbeitsmarktregeln lockern und Unternehmen entlasten, damit diese mehr Jobs schaffen. Die fünftgrößte Wirtschaftsnation der Welt kämpft seit längerer Zeit mit großen Strukturproblemen, insbesondere mit einem starken Stadt-Land-Gefälle.

Während die wirtschaftliche Lage in großen Ballungszentren wie Paris und Lyon sehr gut und der Umstieg zu einer Dienstleistungsgesellschaft im Wesentlichen gelungen ist, sieht es in ländlichen Gebieten wie im Nordosten sehr viel schlechter aus. In diesen Gebieten sind nach dem Verlust der Kohle-, Stahl- und Eisenindustrie nur wenige neue Arbeitsplätze nachgewachsen, nicht zuletzt weil der Wandel zu einer Dienstleistungsgesellschaft in ländlichen Gegenden extrem schwer ist.

Die Wirtschaft Frankreichs, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone, war im ersten Quartal mit 0,3 Prozent nur halb so stark gewachsen wie die Nummer eins Deutschland. Nach Prognose der EU-Kommission wird das Land in diesem Jahr um 1,4 Prozent und 2018 um 1,7 Prozent wachsen.

Quelle: n-tv.de

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