Wirtschaft
Die BNY Mellon soll Geld blockiert haben, das an Gläubiger argentinischer Staatsanleihen überwiesen werden sollten
Die BNY Mellon soll Geld blockiert haben, das an Gläubiger argentinischer Staatsanleihen überwiesen werden sollten(Foto: REUTERS)

Lizenzentzug für BNY Mellon: Argentinien rächt sich an US-Bank

Nach dem technischen Staatsbankrott nimmt Argentinien eine New Yorker Bank ins Visier: Der BNY Mellon wird die Lizenz für Geschäfte in dem südamerikanischen Land entzogen. Die Bank ist Treuhänder Argentiniens.

Argentinien hat der Bank of New York Mellon die Lizenz entzogen. Das Geldhaus kann damit keine Geschäfte mehr in dem südamerikanischen Land machen. Die Maßnahme sei getroffen worden, weil das Institut in seiner New Yorker Zentrale im Juli 539 Millionen Dollar blockiert habe, die an Gläubiger argentinischer Staatsanleihen überwiesen werden sollten, erklärte Kabinettschef Jorge Capitanich auf einer Pressekonferenz.

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Die BNY Mellon habe ihre vertragliche Verpflichtung als Zahlungsagent Argentiniens nicht eingehalten, so Capitanich. Die Bank hat allerdings ohnehin keine Filialen, sondern nur eine Vertretung in Buenos Aires. Die BNY Mellon hatte das Geld auf Anordnung des US-Bezirksrichters Thomas Griesa einbehalten. Griesa hat die Auszahlung verboten, solange Argentinien die Hedgefonds NML Capital und Aurelius nicht bedient hat.

Die Fonds klagten erfolgreich auf 1,65 Milliarden Dollar an alten Anleiheschulden, die aus der Staatspleite vor 13 Jahren stammen. Danach hatte Argentinien seine Gläubiger zum Forderungsverzicht gedrängt. Die Hedgefonds beteiligten sich aber nicht. Ein Teil der Anleihehalter Argentiniens konnte wegen der Zahlungsblockade Ende Juli fällige Zinsen nicht kassieren. Die argentinische Regierung hat im Parlament eine Gesetzesvorlage eingereicht, um den Zahlungsort der Auslandsschuld nach Buenos Aires zu verlegen und so die Verfügung Griesas beim nächsten Zahlungstermin am 30. September zu umgehen.

Kampf zweier Hedgefonds-Legenden

Eine zweite Gruppe von Hedgefonds, darunter die bekannten Großinvestoren George Soros und Kyle Bass, haben derweil laut US-Medien ein Gerichtsverfahren gegen BNY Mellon in London eröffnet. Die Spekulanten klagen dort demnach auf die Auszahlung argentinischer Staatsanleihen unter englischem Recht. Zahlungsagent ist dort ebenfalls BNY Mellon.

Soros Fonds Quantum Partners tauchte dem Finanzdienst Bloomberg zufolge in jüngst veröffentlichten britischen Gerichtsunterlagen auf. Soros, Bass und Co fordern das zuständige Gericht in London auf, BNY Mellon zur Auszahlung ihrer Anleihezinsen zu zwingen. Damit liegen nun zwei New Yorker Hedgefonds-Legenden wegen argentinischer Anleihen im Clinch - Soros geht mit der Klage auf Konfrontationskurs mit Paul Singer, aus dessen Elliott-Imperium NML Capital stammt.

Quelle: n-tv.de

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