Wirtschaft

Deutschland hat entschieden: Asmussen soll zur EZB

Die Bundesregierung löst die Personalie Jürgen Stark sehr schnell. Einen Tag nach dem Rücktritt nach dessen Rücktritt als EZB-Chefvolkswirt, schlägt sie Finanz-Staatssekretär Asmussen als Nachfolger vor. Asmussen koordinierte während der Finanzkrise das Krisenmanagement in Berlin. Offiziell werden die Mitglieder des EZB-Direktoriums vom Europäischen Rat ausgewählt und ernannt.

(Foto: dpa)

Deutschland schlägt Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen als Nachfolger für Jürgen Stark bei der Europäischen Zentralbank (EZB) vor. Das teilte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in Marseille mit. EZB-Chefvolkswirt Stark hatte überraschend seinen Rücktritt noch in diesem Jahr angekündigt.

Stark galt, wie der im Februar zurückgetretene Bundesbank-Präsident Axel Weber, als Kritiker der milliardenschweren Anleihekäufe, mit der die EZB kriselnde Euro-Staaten stützt. Der SPD-Mann Asmussen war in den vergangenen Jahren einer der wichtigsten Krisenmanager der Bundesregierung in der Finanzkrise - wie auch der frühere Wirtschaftsberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel und jetzige Bundesbank-Präsident Jens Weidmann. Offiziell werden die Mitglieder des EZB-Direktoriums vom Europäischen Rat ausgewählt und ernannt.

Stark, der nach Angaben der EZB aus "persönlichen Gründen" zurückgetreten war, richtete selbst einen eindringlichen Appell an die Politik und forderte drastische Maßnahmen zur Bewältigung der Euro-Schuldenkrise. Es gelte "auf europäischer Ebene die notwendige Stärkung des institutionellen Regelwerks, der Wirtschafts- und Währungsunion zu erreichen", schrieb er in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt". Eine "weit reichende Reform der Entscheidungs- und Sanktionsmechanismen" sei nötig, um in Zukunft eine effektive Koordinierung der Finanz- und Wirtschaftspolitiken in den Euroländern sicherzustellen.

Stark gehört seit Monaten zu den heftigsten Kritikern der Staatsanleihenkäufe, mit denen die EZB seit Mai 2010 Problemländer wie Griechenland stützt. Die Amtszeit des 63-Jährigen wäre normalerweise erst Ende Mai 2014 zu Ende.

Quelle: n-tv.de

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