Wirtschaft
Griechenlands Schuldenstand rückt wieder auf die Agenda.
Griechenlands Schuldenstand rückt wieder auf die Agenda.(Foto: picture alliance / dpa)

"Das ist beschlossene Sache": Athen kündigt Schuldenschnitt an

Griechenland plagen mehr als 300 Mrd. Euro Schulden. Bereits im vorigen März wurde Athen ein Teil der Staatsschulden erlassen. Doch für das Land ist ein weiterer "hair cut" bereits "beschlossene Sache". Finanzminister Stournaras äußert sich entsprechend - und brüskiert damit die internationalen Geldgeber des Landes.

Griechenlands Finanzminister Yannis Stournaras hat einen neuen Schuldenschnitt für sein krisengeplagtes Land angekündigt und damit die internationalen Geldgeber des Landes brüskiert. "Wir werden einen Schuldenschnitt für Griechenland haben. Das ist beschlossene Sache", sagte er im Athener Parlament nach Angaben der Agentur dapd im Rahmen einer parlamentarischen Anfrage der radikal-linken Syriza. Die Eurogruppe hatte im Dezember jedoch bloß vereinbart, dass man "weitere Maßnahmen prüfen wird, um die Schuldentragfähigkeit zu verbessern", sofern dies ab 2014 notwendig sein sollte.

Auch wenn ein weiterer "hair cut" für Athen längst nicht ausgeschlossen schien, stieß Stournaras mit seiner Äußerung Griechenlands Euro-Partner öffentlich vor den Kopf. Und mehr noch: Bei dem im November beschlossenen Sparprogramm seiner Regierung für die Jahre 2013 und 2014 sei der Schwerpunkt bewusst auf das laufende Jahr gelegt worden, um zeitnah einen Primärüberschuss im Haushalt zu erreichen. "Diese Errungenschaft können wir dann unseren EU-Partnern präsentieren, um im Gegenzug den Schuldenschnitt zu bekommen", sagte Stournaras. Über den genauen Zeitpunkt und Umfang des "hair cut" machte er bei der Parlamentsdebatte keine Angaben.

"Hair cut" trifft Troika

Das Euro-Sorgenkind Griechenland hatte laut den letzten verfügbaren offiziellen Angaben Ende September 2012 einen Schuldenstand von 303,5 Mrd. Euro. Bereits im vorigen März wurde Athen ein Teil der Staatsschulden erlassen. Davon betroffen waren aber nur private Gläubiger und einheimische Körperschaften des Öffentlichen Rechts wie Versicherungskassen.

Ein neuerlicher Schuldenschnitt könnte nun erstmals Griechenlands öffentliche Geldgeber-Troika aus EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds treffen. Denn mittlerweile befindet sich das Gros der Staatsschuld nicht mehr in privaten Händen: Hauptgläubiger Griechenlands sind jetzt seine öffentlichen Geldgeber.

Quelle: n-tv.de

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