Wirtschaft
Antonis Samaras, hier bei einer Pressekonferenz im vergangenen Dezember.
Antonis Samaras, hier bei einer Pressekonferenz im vergangenen Dezember.(Foto: REUTERS)

Schwarze Zahlen aus Griechenland: Athen meldet Überschuss

Stolzer Zwischenstand aus Griechenland: Der griechische Staat nimmt im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit langer Zeit mehr Geld ein als er ausgibt. Die Daten wecken Hoffnungen, doch unterm Strich sieht das Ergebnis ganz anders aus.

Ist das der Wendepunkt der Krise? Griechenland hat in den ersten elf Monaten 2012 erstmals seit Jahren mehr eingenommen als ausgegeben, allerdings ohne die in beträchtlicher Höhe anfallenden Schuldzinsen.

Das Land habe einen sogenannten primären Überschuss in Höhe von 2,3 Mrd. Euro erwirtschaftet, teilte das Athener Finanzministerium mit. Zum Vergleich: 2011 hatte es im Berichtszeitraum ein Defizit in Höhe von 3,6 Mrd. Euro gegeben. Ein echter ausgeglichener Haushalt unter Berücksichtigung des Schuldendienstes stehe dagegen noch in weiter Ferne.

Ohne Hilfe von außen stünde Griechenland längst vor der Pleite. Die Geldgeber der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds (IWF) greifen dem Euro-Mitglied mit milliardenschweren Stützungsaktionen unter die Arme.

In Deutschland verschlingt der Schuldendienst ebenfalls beträchtliche Mittel. Zum Vergleich: Im deutschen Staatshaushalt 2011 waren entfielen 12 Prozent aller Ausgaben auf die Bedienung der Schuldzinsen. Im Bundeshaushalt 2012 waren es immerhin noch 11,4 Prozent - oder 34,2 Mrd. Euro.

"Mit der Vergangenheit abgerechnet"

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In seiner Neujahrsansprache bereitete der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras die Bevölkerung auf weitere entbehrungsreiche Zeiten vor: 2013 werde "kein leichtes Jahr sein". Ziel der Regierung sei es, die Wirtschaft wieder anzukurbeln, damit die Menschen Arbeit finden könnten.

In der vom staatlichen griechischen Fernsehen (ERT) ausgestrahlten Ansprache sagte Samaras, Griechenland habe unter den Fehlern der Vergangenheit einen Schlussstrich gezogen. "Wir haben 2012 mit der Vergangenheit abgerechnet. 2013 werden wir die Wette um die Zukunft (des Landes) gewinnen."

Die Eurogruppe hatte nach mehrmonatigen Verhandlungen und immer neuen Verzögerungen erst am 17. Dezember ein weiteres Hilfspaket für Griechenland in Form von Notkrediten über 49,1 Mrd. Euro freigegeben. Davon sind bereits mehr als 34 Mrd. an Athen geflossen.

Die Zahlungen erfolgen nicht ohne Kontrollen über den Fortschritt der Reformbemühungen. Mitte Januar wird die Troika aus Experten der EU, der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem IWF in Athen erwartet. Am 21. Januar soll die Eurogruppe grünes Licht für einen weiteren Teil dieser Hilfe in Höhe von 9,2 Mrd. Euro geben.

Quelle: n-tv.de

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